George Gamov führte George Lemaitres Berechnungen
einige Schritte weiter und eröffnete 1948 eine
neue Idee bezüglich des Big Bang. Falls das Universum
in einer plötzlichen ungeheuren Explosion zustande
gekommen war, dann müsste noch eine bestimmte
Menge an Ausstrahlung von dieser Explosion übrig
geblieben und vorhanden sein. Diese Ausstrahlung
müsste nachweisbar sein, und darüber hinaus sollte
sie sich gleichförmig über das gesamte Universum
erstrecken.
Innerhalb von zwei Jahrzehnten fand Gamovs Vorstellung
eine wahrnehmbare Bestätigung. Im Jahr 1965 stießen
zwei Forscher namens Arno Penzias und Robert Wilson
auf eine Ausstrahlungsform, die bislang nicht
wahrgenommen worden war. Sie wurde "Cosmic
Background Radiation" [kosmische Hintergrundstrahlung]
genannt, und sie war völlig unterschiedlich von
allem, was von irgendwoher aus dem Universum kam,
denn sie war außergewöhnlich gleichförmig. Sie
konnte weder räumlich festgelegt werden, noch
hatte sie eine definitive Quelle; stattdessen
war sie überall gleichmäßig verteilt. Es wurde
bald erkannt, dass diese Aus-strahlung das Echo
des Big Bang war, das seit dem ersten Impuls der
großen Explosion weiterhallt. Gamov war den Tatsachen
sehr nahe gekommen, denn die Frequenz der Ausstrahlung
hatte fast genau die Werte, die die Wissenschaftler
vorausgesagt hatten. Penzias und Wilson erhielten
einen Nobelpreis für ihre Entdeckung.
| Die
Aussage Sir Arthur Eddingtons, dass ihn
'die Idee eines plötzlichen Anfangs der
gegenwärtigen Ordnung der Natur philosophisch
abstoße', war ein Eingeständnis des Unbehagens,
das der Urknall den Materialisten bereitete. |
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Die
von Penzias entdeckte, kosmische Hintergrundstrahlung
wird von der wissenschaftlichen Welt als
ein unwiderlegbarer Beweis des Big Bang
angesehen.. |
George Smoot und sein NASA-Team entsandten 1989
einen Satelliten namens "COBE" (Cosmic Background
Emission Explorer - Erforscher der kosmischen
Hintergrundstrahlung) ins All; es dauerte nur
acht Minuten bis die sensitiven Instrumente an
Bord des Satelliten die von Penzias und Wilson
berichteten Strahlungswerte feststellten und bestätigten.
Diese Ergebnisse demonstrierten eindeutig das
Vorhandensein der heißen, verdichteten Energieform,
die von der Explosion übriggeblieben ist, aus
der das Universum hervorgegangen war. Die meisten
Wissenschaftler bestätigten, dass COBE erfolgreich
die Überbleibsel des Big Bang erfasst hatte.
Es tauchte noch weiteres Beweismaterial für den
Urknall auf. Eines dieser Beweisstücke hatte mit
den relativen Mengen von Wasserstoff und Helium
im Universum zu tun. Beobachtung deuten darauf
hin, dass die Mischung dieser beiden Elemente
im Universum im Einklang damit ist, was, aufgrund
von theoretischen Berechnungen, nach dem Big Bang
übriggeblieben sein sollen hätte. Das trieb einen
weiteren Pfahl ins Herz der Steady-State-Theorie;
denn wenn das Universum von Ewigkeit her bestanden
und keinen Beginn gehabt hätte, wäre all sein
Wasserstoff in Helium verbrannt worden.
Unterstützt durch solch starken Beweis, erlangte
der Big Bang nahezu vollständige Anerkennung in
der Welt der Wissenschaft. In ihrer Oktoberausgabe
1994 bemerkte die Zeitschrift Scientific American
in einem Beitrag, dass das Big Bang Modell das
einzige war, welches die stetige Ausdehnung des
Universums und andere Beobachtungsergebnisse erklären
könne.
Nachdem Dennis Sciama jahrelang zusammen mit
Fred Hoyle die Steady-State-Theorie verfochten
hatte, beschrieb er die endgültige Position, zu
der sie gelangt waren, nachdem all der Beweis
für die Urknall-Theorie ans Licht gekommen war,
folgendermaßen:
Zu jener Zeit war eine, zu gewissem Grade feindselige
Debatte im Gang, zwischen einigen der Verfechter
der Steady-State-Theorie und Beobachtern, die
sie auf die Probe stellten, und die - so glaube
ich - hofften, sie zu widerlegen. Ich spielte
eine sehr kleine Rolle zu jener Zeit, denn ich
unterstützte die Theorie des gleich bleibenden
Zustands, nicht in dem Sinn, dass ich glaubte
sie müsse unbedingt richtig sein, sondern dass
ich sie so anziehend fand, dass ich wünschte,
sie sei zutreffend. Als gegensätzlicher wahrnehmbarer
Beweis zutage trat, nahm Fred Hoyle eine leitende
Rolle ein in dem Versuch diesen Hinweisen zu
entgegnen, und ich spielte eine kleine Rolle
am Rand, indem auch ich Vorschläge machte, was
auf die widersprüchlichen Hinweise erwidert
werden könnte. Jedoch als sich mehr und mehr
Beweis anhäufte, wurde es in zunehmender Weise
offenbar, dass das Spiel zu Ende war, und dass
man die Steady-State-Theorie aufgeben musste.1
| ANMERKUNGEN |
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| 1. Stephen
Hawking, A Brief History of Time: A Reader's
Companion, 1993, S. 63 |
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