DER BLAUE PLANET

DER BLAUE PLANET
DIE TEMPERATUR DER ERDE
DIE MASSE DER ERDE UND DAS MAGNETFELD DES PLANETEN
DIE PASSENDE ATMOSPHÄRE
ATMPSPHÄRE ATMUNG
DIE GLEICHGEWICHTZUSTÄNDE, DIE DAS LEBEN ERMÖGLICHEN

"Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde..." (Sure 42:11 – asch-Schura)

DIE TEMPERATUR DER ERDE

Temperatur und Atmosphäre sind die vorrangigsten, grundlegenden Faktoren für das Leben auf der Erde. Der Blaue Planet hat sowohl erträgliche Temperaturen, wie auch eine Atmosphäre, die zur Atmung für (land- und luftbewohnenden) Lebewesen geeignet ist, besonders für solch komplexe Lebensformen wie den Menschen. Diese beiden äußerst unterschiedlichen Faktoren jedoch entstanden als Ergebnis von Bedingungen, die, wie sich zeigt, in beiden Fällen ideal sind.

Eine davon ist die Entfernung zwischen der Erde und der Sonne. Die Erde hätte nicht zur Heimstätte für das Leben werden können, wenn sie der Sonne so nahe gewesen wäre, wie Venus oder so weit von ihr entfernt, wie Jupiter: Auf Kohlenstoff basierende Moleküle können nur zwischen den Temperaturgrenzwerten von -20°C bis 120°C bestehen, und die Erde ist der einzige Planet, dessen Durchschnittstemperaturen innerhalb dieser Grenzwerte liegen.

Wenn man den Kosmos insgesamt betrachtet, ist es gar nicht so einfach auf eine Temperaturspanne zu treffen, die so begrenzt wie diese ist, denn die Temperaturen im Universum schwanken zwischen den Millionen von Graden im Innern der heißen Sterne und dem absoluten Gefrierpunkt von -273°C. In solch einem ausgedehnten Temperaturspektrum, ist die Temperaturspanne, in der das Leben möglich ist, in der Tat sehr schmal; doch der Planet Erde hat sie.

Im Gegensatz zu den anderen 63 erwähnenswerten Planeten und Satelliten unseres Sonnensystems ist die Erde der einzige Planet, der eine Atmosphäre, eine durchschnittlich vorherrschende Temperatur und eine Oberfläche besitzt, die das Leben ermöglichen. Obwohl flüssiges Wasser, welches eine der Grundvoraussetzungen für das Leben ist, nirgendwo anders im Sonnensystem vorkommt, sind drei Viertel der Erdoberfläche damit bedeckt.

Die amerikanischen Geologen Frank Press und Raymond Siever weisen auf die, auf der Erde vorherrschenden Durchschnittstemperaturen hin. Sie bemerken: "...das Leben, wie wir es kennen ist nur innerhalb einer sehr begrenzten Temperaturspanne möglich. Dieser Spielraum ist vielleicht 1 oder 2 Prozent der Temperaturspanne vom absoluten Gefrierpunkt zur Oberflächentemperatur der Sonne." 1

Die Beibehaltung dieses Wärmebereichs ist sowohl mit der Hitzemenge verbunden, die von der Sonne ausgestrahlt wird, als auch mit der Entfernung zwischen der Erde und der Sonne. Diesbezügliche Berechnungen enthüllten, dass eine nur 10-prozentige Verringerung der Strahlungsenergie der Sonne zum Ergebnis hätte, dass die Erdoberfläche sich mit einer mehrere Meter dicken Eisschicht bedecken würde, und dass eine geringfügige Zunahme der Strahlungsenergie verursachen würde, dass alle lebenden Dinge verbrennen und sterben würden.

Es muss jedoch nicht nur die Durchschnittstemperatur ideal sein, die vorhandene Wärme muss auch weitgehend gleichmäßig über den ganzen Planeten verteilt sein. Einige spezielle Vorkehrungen wurden getroffen um zu gewährleisten, dass das auch tatsächlich geschieht.

Die Erdachse ist 23° 27' gegen die Ebene der Ekliptik geneigt. Diese Neigung verhindert eine Überhitzung der Atmosphäre in den Regionen zwischen den Polen und dem Äquator und verursacht relativ gemäßigte Temperaturen in ihnen. Wenn diese Neigung nicht vorhanden wäre, wäre das Temperaturgefälle zwischen den Polen und dem Äquator viel steiler als es ist und die gemäßigten Zonen wären nicht so gemäßigt - oder bewohnbar.

Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Erde um ihre Achse trägt ebenfalls zu einer ausgeglichenen Wärmeverteilung bei. Die Erde macht alle 24 Stunden eine vollständige Umdrehung, was zur Folge hat, dass die abwechselnden Perioden von Tageslicht und Dunkelheit ziemlich kurz sind. Und weil sie kurz sind, ist der Wärmeunterschied zwischen der beleuchteten und der dunklen Seite des Planeten ziemlich gering. Die Bedeutung dessen wird an dem extremen Beispiel von Merkur erkenntlich, wo ein Tag länger als ein Jahr dauert, und der Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur fast 1000°C ist.

Auch die geographische Beschaffenheit steuert zur gleichmäßigen Verteilung der Wärme auf der Erde bei. Es besteht ein Unterschied von fast 100°C zwischen den Polar- und Äquatorialregionen der Erde. Wenn solch ein Wärmegefälle über einem vollständig ebenen Gebiet vorhanden wäre, würde dies Winde erzeugen, die Geschwindigkeiten bis zu 1000 Stundenkilometern erreichen und alles, was sich auf ihrer Bahn befände, mit sich hinwegreißen würden. Dagegen ist die Erde voll von geographischen Windfängen, die die gewaltigen Luftbewegungen, die solch ein Wärmegefälle andernfalls verursachen würde blockieren. Diese Barrieren sind Gebirgsketten, wie jene, die sich vom Pazifik im Osten bis zum Atlantik im Westen erstrecken, mit ihrem Anfang im Himalaja in China, fortgesetzt im Taurus Gebirge in Anatolien und weiter in den europäischen Alpen. Die überschüssige Hitze in den äquatorialen Regionen wird auf dem Meer nach Norden und Süden übertragen, Dank der ausgezeichneten Fähigkeit des Wassers, Wärme zu leiten und zu zerstreuen.

Gleichzeitig gibt es einige automatischen Kontrollsysteme, welche helfen, die atmosphärische Temperatur im Gleichgewicht zu halten. Wenn sich z.B. eine Gegend aufwärmt, erhöht sich die Evaporationsrate des Wassers, wodurch Wolkenbildung verursacht wird.

Diese Wolken reflektieren mehr Licht in den Weltraum zurück und verhindern so eine weitere Erwärmung der Luft, sowie der darunter liegenden Erdoberfläche.

Viele voneinander vollkommen unabhängige Faktoren, wie die Entfernung der Erde von der Sonne, die atmosphärischen Bedingungen der Erde, ihre Rotations-geschwindigkeit, die Neigung der Erdachse und die geographischen und geologischen Eigenschaften der Erdoberfläche tragen alle gemeinsam bei, um zu gewährleisten, dass unsere Welt in genau dem Maß erwärmt wird, wie es dem Leben zuträglich ist, und dass diese Wärme in angemessener Weise über den Planeten verteilt wird.

ANMERKUNGEN
1 F. Press, R. Siever, Earth, New York: W. H. Freeman, 1986, S. 4

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