Wir atmen in jeden Moment unseres Lebens. Fortlaufend
nehmen wir Luft in unsere Lungen auf um sie sogleich
wieder abzugeben. Wir tun dies so oft, dass wir
es als selbstverständlich betrachten. Die Atmung
ist jedoch tatsächlich ein sehr komplizierter
Vorgang.
Unsere physiologischen Systeme sind so vollkommen
geplant, dass wir gar nicht über das Atmen nachzudenken
brauchen. Unsere Körper schätzt ab, wie viel Sauerstoff
er benötigt und richtet es ein, dass die richtige
Menge aufgenommen wird, ob wir laufen, rennen,
ein Buch lesen oder schlafen. Atmen ist deshalb
so wichtig für uns, weil die Millionen von Reaktionen,
die fortwährend in unserem Körper stattfinden
müssen, um uns am Leben zu erhalten, alle des
Sauerstoffs bedürfen.
Ihre
Fähigkeit dieses Buch zu lesen, ist darauf begründet,
dass die Million von Zellen in der Netzhaut Ihrer
Augen stetig mit, durch Sauerstoff verfügbar gemachter
Energie versorgt werden. In gleicher Weise beziehen
all die Gewebe unseres Körpers, d.h. die Zellen,
die sie bilden, ihre Energie vom "Verbrennen"
von Kohlenstoffverbindung mithilfe des Sauerstoffs.
Das Abfallprodukt dieses Verbrennens - Kohlendioxid
- muss vom Körper ausgestoßen werden.
Wenn der Sauerstoffspiegel in unserem Blut zu
tief sinkt, reagiert unser Organismus mit Ohnmacht;
und wenn der Sauerstoffmangel mehr als einige
Minuten lang andauert tritt der Tod ein.
Das ist der Grund, warum wir atmen. Wenn wir
einatmen, fließt der Sauerstoff zu über 300 Millionen
winzigen Hohlräumen in unseren Lungen. Das Blut
in den Kapillargefäßen, die mit diesen Hohlräumen
verbunden sind absorbiert den Sauerstoff augenblicklich
und befördert ihn zuerst zum Herzen und dann zu
allen anderen Teilen unseres Körpers. Die Zellen
in unserem Körper verbrauchen diesen Sauerstoff
und setzen Kohlendioxid in das Blut frei, welches
diesen sodann wieder zu den Lungen zurück befördert,
von wo er ausgestoßen wird. Der ganze Austauschvorgang
dauert weniger als eine halbe Sekunde: "Sauberer"
Sauerstoff kommt herein und "unreines" Kohlendioxid
geht hinaus.
Man mag sich verwundern, warum es so viele (300
Millionen) dieser kleinen Hohlräume in der Lunge
gibt. Ihr Zweck ist es, eine maximale Oberfläche,
die der Luft ausgesetzt ist zu schaffen. Sie sind
sorgfältig in Falten angelegt, um so wenig Raum
wie möglich einzunehmen; Wenn sie ausgebreitet
wären, könnte man damit einen Tennisplatz bedecken.
Es gibt hier einen weiteren Punkt, den wir beachten
sollten. Die Hohlräume in der Lunge und die mit
ihnen verbundenen Kapillargefäße sind so klein
und in vollkommener Weise angelegt, um die Sauerstoff-Kohlendioxyd-Austauschrate
zu vergrößern. Dieses vollkommene Design hängt
jedoch noch von anderen Faktoren ab: Dichte, Konsistenz
und Druck der Luft müssen im richtigen Maß vorhanden
sein, damit die Luft ordnungsgemäß in unsere Lungen
hinein und aus ihnen heraus fließen kann.
Am Meeresspiegel ist der Luftdruck 760 mb und
die Luftdichte ist etwa 1 g/l. Wiederum am Meeresspiegel
ist die Viskosität der Luft fast 50 mal größer
als die des Wassers. Man mag denken, dass diese
Daten unwichtig sind, doch sie sind von lebenswichtiger
Bedeutung für uns, wie Michael Denton erklärt:
Die Zusammensetzung und generellen
Eigenschaften der Atmosphäre - ihre
Dichte, Viskosität, und Druck, usw. - müssen
dem sehr ähnlich sein, was sie tatsächlich sind,
speziell für luftatmende Organismen.1
Wenn wir atmen, wenden unsere Lungen Energie
auf um eine Gegenkraft, der "Luftwiderstand" genannt
wird, zu überwinden. Diese Kraft ist das Ergebnis
des Widerstrebens der Luft gegen Bewegung. Aufgrund
der physikalischen Eigenschaften der Atmosphäre
jedoch, ist dieser Widerstand so schwach, dass
unsere Lungen mit einem Mindestmaß an Energieaufwand
Luft aufnehmen und abgeben können. Wenn der Widerstand
der Luft größer wäre, müssten unsere Lungen schwerere
Arbeit leisten, um das Atmen zu bewerkstelligen.
Dies kann durch ein Beispiel näher erklärt werden.
Es ist einfach, Wasser mit einer Injektionsnadel
einzuziehen, doch dasselbe mit Honig zu tun, bereitet
sehr viel mehr Schwierigkeiten.
Der Grund dafür ist, dass Honig wesentlich dichter
und auch zähflüssiger als Wasser ist.
Wenn Dichte, Viskosität, und Druck der Luft höher
wären, wäre atmen ebenso schwierig, wie Honig
mit einer Kanüle einzuziehen. Jemand könnte sagen:
"Das lässt sich sehr leicht beheben. Man braucht
nur den Durchmesser der Hohlnadel zu vergrößern
um die Durchflussrate zu erhöhen." Wenn das jedoch
im Fall der Kapillargefäße in der Lunge geschähe,
wäre das Ergebnis eine Verringerung der Kontaktfläche
für die Luft, was zur Folge hätte, dass in der
gleichen Zeit weniger Sauerstoff und Kohlendioxid
ausgetauscht werden würden und der Atembedarf
des Körpers nicht befriedigt werden könnte. In
anderen Worten, die einzelnen Werte von Dichte,
Viskosität, und Druck der Luft müssen innerhalb
bestimmten Grenzen liegen damit sie sich atmen
lässt und das ist genau der Fall mit der Luft,
die wir atmen.
Michael Denton erklärt dazu:
Es ist klar, dass wenn entweder die
Viskosität oder die Dichte der Luft wesentlich
größer wären, würde der Luftwiderstand unüberwindbar
werden und kein denkbar anders gestaltetes Atmungssystem
wäre in der Lage einen metabolisch aktiven,
Luft atmenden Organismus mit genügend Sauerstoff
zu versorgen... wenn man alle möglichen
atmosphärische Drücke allen möglichen Sauerstoffgehalten
gegenüberstellt, wird es klar, dass es nur einen
einzigartigen, winzigen Bereich gibt ... in
dem all die verschiedenen Bedingung für das
Leben erfüllt werden... es ist sicherlich
von enormer Bedeutung, dass eine Anzahl von
grundlegenden Voraussetzungen in diesem einen
winzigen Bereich innerhalb des Gesamtbereichs
aller möglichen Atmosphären erfüllt werden.2
Die numerischen Werte der Atmosphäre sind nicht
nur notwendig für uns, um atmen zu können, sondern
auch für unseren Blauen Planet um blau zu bleiben.
Wenn der atmosphärische Druck bei Null Meter Meereshöhe
wesentlich geringer wäre, als sein gegenwärtiger
Wert, so wäre die Wasserverdampfungsrate wesentlich
höher. Eine Zunahme des Wassers in der Atmosphäre
würde einen "Treibhauseffekt" zur Folge haben,
wobei sich mehr Wärme stauen würde, was die Durchschnittstemperatur
auf dem Planeten ansteigen ließe. Andererseits,
wenn der Druck viel höher wäre, wäre die Wasserverdampfungsrate
wesentlich niedriger und große Teile des Planet
würden zu Wüsten werden.
All diese fein abgestimmten Gleichgewichtszustände
weisen deutlich darauf hin, dass unsere Atmosphäre
bewusst und präzise so gestaltet wurde, damit
Leben auf Erde existieren könne. Das ist die Realität,
die von der Wissenschaft entdeckt wurde, und sie
zeigt uns aufs Neue, dass das Universum nicht
nur ein aufs Geratewohl zusammen gewürfeltes Durcheinander
von Materie ist. Zweifellos ist da ein Schöpfer,
Der den Kosmos beherrscht, Der die Materie so
gestaltet wie es Ihm beliebt und Der unbeschränkt
über die Galaxien, Sterne und Planeten unter seiner
Herrschaft waltet.
Diese übergeordnete Macht ist, wie der Quran
uns mitteilt, Allah, der Herr und Erhalter des
ganzen Kosmos.
Und der Blaue Planet, den wir bewohnen, wurde
von Allah speziell der Menschheit zugedacht und
für sie "ausgebreitet" wie
im Quran erklärt. (Sure 79:30 - an-Nazi'at)
Es gibt noch andere Versen, die offenbaren, dass
Allah die Erde für die Menschen erschaffen hat,
damit sie auf ihr leben:
Allah ist es, Der euch die Erde
zu einer befestigten Bleibe gemacht hat und das
Firmament als eine geplante Struktur errichtete
und Der euch gestaltet hat und eure Gestalt in
der besten Weise erschuf und euch mit guten Dingen
versorgt hat. Das ist Allah, euer Herr. Segensreich
ist Allah, der Herr der Welten. (Sure 40:64 -
Ghafir)
Er ist es, Der euch die Erde
gefügig gemacht hat; begeht deshalb ihre Wege
und esst von dem, womit Er euch versorgt und zu
Ihm wird die Auferstehung sein. (Sure 67:15 -
al-Mulk)
| ANMERKUNGEN |
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| 1
Michael Denton, Nature's Destiny, S. 127
2 Michael Denton, Nature's Destiny, S.
128
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