DER BLAUE PLANET

DER BLAUE PLANET
DIE TEMPERATUR DER ERDE
DIE MASSE DER ERDE UND DAS MAGNETFELD DES PLANETEN
DIE PASSENDE ATMOSPHÄRE
ATMPSPHÄRE ATMUNG
DIE GLEICHGEWICHTZUSTÄNDE, DIE DAS LEBEN ERMÖGLICHEN

"Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde..." (Sure 42:11 – asch-Schura)

ATMPSPHÄRE ATMUNG

Wir atmen in jeden Moment unseres Lebens. Fortlaufend nehmen wir Luft in unsere Lungen auf um sie sogleich wieder abzugeben. Wir tun dies so oft, dass wir es als selbstverständlich betrachten. Die Atmung ist jedoch tatsächlich ein sehr komplizierter Vorgang.

Unsere physiologischen Systeme sind so vollkommen geplant, dass wir gar nicht über das Atmen nachzudenken brauchen. Unsere Körper schätzt ab, wie viel Sauerstoff er benötigt und richtet es ein, dass die richtige Menge aufgenommen wird, ob wir laufen, rennen, ein Buch lesen oder schlafen. Atmen ist deshalb so wichtig für uns, weil die Millionen von Reaktionen, die fortwährend in unserem Körper stattfinden müssen, um uns am Leben zu erhalten, alle des Sauerstoffs bedürfen.

Ihre Fähigkeit dieses Buch zu lesen, ist darauf begründet, dass die Million von Zellen in der Netzhaut Ihrer Augen stetig mit, durch Sauerstoff verfügbar gemachter Energie versorgt werden. In gleicher Weise beziehen all die Gewebe unseres Körpers, d.h. die Zellen, die sie bilden, ihre Energie vom "Verbrennen" von Kohlenstoffverbindung mithilfe des Sauerstoffs. Das Abfallprodukt dieses Verbrennens - Kohlendioxid - muss vom Körper ausgestoßen werden.

Wenn der Sauerstoffspiegel in unserem Blut zu tief sinkt, reagiert unser Organismus mit Ohnmacht; und wenn der Sauerstoffmangel mehr als einige Minuten lang andauert tritt der Tod ein.

Das ist der Grund, warum wir atmen. Wenn wir einatmen, fließt der Sauerstoff zu über 300 Millionen winzigen Hohlräumen in unseren Lungen. Das Blut in den Kapillargefäßen, die mit diesen Hohlräumen verbunden sind absorbiert den Sauerstoff augenblicklich und befördert ihn zuerst zum Herzen und dann zu allen anderen Teilen unseres Körpers. Die Zellen in unserem Körper verbrauchen diesen Sauerstoff und setzen Kohlendioxid in das Blut frei, welches diesen sodann wieder zu den Lungen zurück befördert, von wo er ausgestoßen wird. Der ganze Austauschvorgang dauert weniger als eine halbe Sekunde: "Sauberer" Sauerstoff kommt herein und "unreines" Kohlendioxid geht hinaus.

Man mag sich verwundern, warum es so viele (300 Millionen) dieser kleinen Hohlräume in der Lunge gibt. Ihr Zweck ist es, eine maximale Oberfläche, die der Luft ausgesetzt ist zu schaffen. Sie sind sorgfältig in Falten angelegt, um so wenig Raum wie möglich einzunehmen; Wenn sie ausgebreitet wären, könnte man damit einen Tennisplatz bedecken.

Es gibt hier einen weiteren Punkt, den wir beachten sollten. Die Hohlräume in der Lunge und die mit ihnen verbundenen Kapillargefäße sind so klein und in vollkommener Weise angelegt, um die Sauerstoff-Kohlendioxyd-Austauschrate zu vergrößern. Dieses vollkommene Design hängt jedoch noch von anderen Faktoren ab: Dichte, Konsistenz und Druck der Luft müssen im richtigen Maß vorhanden sein, damit die Luft ordnungsgemäß in unsere Lungen hinein und aus ihnen heraus fließen kann.

Am Meeresspiegel ist der Luftdruck 760 mb und die Luftdichte ist etwa 1 g/l. Wiederum am Meeresspiegel ist die Viskosität der Luft fast 50 mal größer als die des Wassers. Man mag denken, dass diese Daten unwichtig sind, doch sie sind von lebenswichtiger Bedeutung für uns, wie Michael Denton erklärt:

Die Zusammensetzung und generellen Eigenschaften der Atmosphäre - ihre Dichte, Viskosität, und Druck, usw. - müssen dem sehr ähnlich sein, was sie tatsächlich sind, speziell für luftatmende Organismen.1

Wenn wir atmen, wenden unsere Lungen Energie auf um eine Gegenkraft, der "Luftwiderstand" genannt wird, zu überwinden. Diese Kraft ist das Ergebnis des Widerstrebens der Luft gegen Bewegung. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften der Atmosphäre jedoch, ist dieser Widerstand so schwach, dass unsere Lungen mit einem Mindestmaß an Energieaufwand Luft aufnehmen und abgeben können. Wenn der Widerstand der Luft größer wäre, müssten unsere Lungen schwerere Arbeit leisten, um das Atmen zu bewerkstelligen. Dies kann durch ein Beispiel näher erklärt werden. Es ist einfach, Wasser mit einer Injektionsnadel einzuziehen, doch dasselbe mit Honig zu tun, bereitet sehr viel mehr Schwierigkeiten.

Der Grund dafür ist, dass Honig wesentlich dichter und auch zähflüssiger als Wasser ist.

Wenn Dichte, Viskosität, und Druck der Luft höher wären, wäre atmen ebenso schwierig, wie Honig mit einer Kanüle einzuziehen. Jemand könnte sagen: "Das lässt sich sehr leicht beheben. Man braucht nur den Durchmesser der Hohlnadel zu vergrößern um die Durchflussrate zu erhöhen." Wenn das jedoch im Fall der Kapillargefäße in der Lunge geschähe, wäre das Ergebnis eine Verringerung der Kontaktfläche für die Luft, was zur Folge hätte, dass in der gleichen Zeit weniger Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht werden würden und der Atembedarf des Körpers nicht befriedigt werden könnte. In anderen Worten, die einzelnen Werte von Dichte, Viskosität, und Druck der Luft müssen innerhalb bestimmten Grenzen liegen damit sie sich atmen lässt und das ist genau der Fall mit der Luft, die wir atmen.

Michael Denton erklärt dazu:

Es ist klar, dass wenn entweder die Viskosität oder die Dichte der Luft wesentlich größer wären, würde der Luftwiderstand unüberwindbar werden und kein denkbar anders gestaltetes Atmungssystem wäre in der Lage einen metabolisch aktiven, Luft atmenden Organismus mit genügend Sauerstoff zu versorgen... wenn man alle möglichen atmosphärische Drücke allen möglichen Sauerstoffgehalten gegenüberstellt, wird es klar, dass es nur einen einzigartigen, winzigen Bereich gibt ... in dem all die verschiedenen Bedingung für das Leben erfüllt werden... es ist sicherlich von enormer Bedeutung, dass eine Anzahl von grundlegenden Voraussetzungen in diesem einen winzigen Bereich innerhalb des Gesamtbereichs aller möglichen Atmosphären erfüllt werden.2

Die numerischen Werte der Atmosphäre sind nicht nur notwendig für uns, um atmen zu können, sondern auch für unseren Blauen Planet um blau zu bleiben. Wenn der atmosphärische Druck bei Null Meter Meereshöhe wesentlich geringer wäre, als sein gegenwärtiger Wert, so wäre die Wasserverdampfungsrate wesentlich höher. Eine Zunahme des Wassers in der Atmosphäre würde einen "Treibhauseffekt" zur Folge haben, wobei sich mehr Wärme stauen würde, was die Durchschnittstemperatur auf dem Planeten ansteigen ließe. Andererseits, wenn der Druck viel höher wäre, wäre die Wasserverdampfungsrate wesentlich niedriger und große Teile des Planet würden zu Wüsten werden.

All diese fein abgestimmten Gleichgewichtszustände weisen deutlich darauf hin, dass unsere Atmosphäre bewusst und präzise so gestaltet wurde, damit Leben auf Erde existieren könne. Das ist die Realität, die von der Wissenschaft entdeckt wurde, und sie zeigt uns aufs Neue, dass das Universum nicht nur ein aufs Geratewohl zusammen gewürfeltes Durcheinander von Materie ist. Zweifellos ist da ein Schöpfer, Der den Kosmos beherrscht, Der die Materie so gestaltet wie es Ihm beliebt und Der unbeschränkt über die Galaxien, Sterne und Planeten unter seiner Herrschaft waltet.

Diese übergeordnete Macht ist, wie der Quran uns mitteilt, Allah, der Herr und Erhalter des ganzen Kosmos.

Und der Blaue Planet, den wir bewohnen, wurde von Allah speziell der Menschheit zugedacht und für sie "ausgebreitet" wie im Quran erklärt. (Sure 79:30 - an-Nazi'at) Es gibt noch andere Versen, die offenbaren, dass Allah die Erde für die Menschen erschaffen hat, damit sie auf ihr leben:

Allah ist es, Der euch die Erde zu einer befestigten Bleibe gemacht hat und das Firmament als eine geplante Struktur errichtete und Der euch gestaltet hat und eure Gestalt in der besten Weise erschuf und euch mit guten Dingen versorgt hat. Das ist Allah, euer Herr. Segensreich ist Allah, der Herr der Welten. (Sure 40:64 - Ghafir)

Er ist es, Der euch die Erde gefügig gemacht hat; begeht deshalb ihre Wege und esst von dem, womit Er euch versorgt und zu Ihm wird die Auferstehung sein. (Sure 67:15 - al-Mulk)

ANMERKUNGEN
1 Michael Denton, Nature's Destiny, S. 127
2 Michael Denton, Nature's Destiny, S. 128

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