DAS DESIGN IM ELEMENT

Das Design im Element
Die kovalente Bindung
Die schwachen chemischen Bindungen
Das Design im Sauerstoff
Das Design im Feuer (oder 'Warum wir nicht geradewegs in Flammen aufgehen')
Die ideale Löslichkeit des Sauerstoffs
Die anderen Elemente

"Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde..." (Sure 42:11 – asch-Schura)


Das Design im Feuer (oder 'Warum wir nicht geradewegs in Flammen aufgehen')

Wie oben ausgeführt, ist die grundsätzliche Reaktion, die Sauerstoff atmende Organismen mit der, ihnen lebenswichtigen Energie versorgt, die Oxidation von Kohlenwasserstoffen. Diese schlichte Tatsache jedoch wirft eine 'brennende' Frage auf: Wenn unsere Körper hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen bestehen, warum oxidieren diese dann nicht ebenso? Oder anders ausgedrückt: Warum gehen wir nicht geradewegs in Flammen auf, wie ein Zündholz?

Unser Körper ist ständig mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung, und dennoch oxidiert er nicht und fängt kein Feuer - warum nicht?

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch ist, dass die molekulare Form des Sauerstoffs (O2) ein gewisses Maß an Trägheit besitzt. (In dem Sinn, in dem Chemiker den Ausdruck 'Trägheit' verwenden, bedeutet das Widerstreben oder die Unfähigkeit einer Substanz, mit anderen Substanzen chemisch zu reagieren.) Damit jedoch erhebt sich eine weitere Frage: Wenn molekularer Sauerstoff so eine Trägheit besitzt uns nicht zu entzünden, wie wird das gleiche Molekül dazu bewegt, innerhalb unserer Körper an chemischen Reaktionen teilzunehmen?

Diese Frage, mit der sich Chemiker seit Mitte des 19. Jahrhunderts befassten, blieb bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unbeantwortet, als durch biochemische Forschung die Existenz einiger Enzyme im menschlichen Körper entdeckt wurde, deren ausschließliche Funktion es ist, den Sauerstoff in der Atmosphäre zu chemischen Reaktionen zu veranlassen. In einer Reihe von äußerst komplizierten Stufen verwenden diese speziellen Enzyme Eisen- und Kupferatome, die in unseren Körpern vorhanden sind, als Katalysatoren. Ein Katalysator ist eine Substanz, die eine chemische Reaktion unter solchen Bedingungen einleitet bzw. beschleunigt unter denen sie andernfalls nicht, oder nur sehr träge stattfinden würde (z.B. niedrige Temperatur etc.).1

Es liegt hier eine sehr interessante Situation vor: Der Sauerstoff ist ein Element, das Oxidation und Verbren-nung verursacht und normalerweise wäre zu erwarten, dass es auch unseren Körper verbrennt. Um das zu verhindern wurde der, in der Atmosphäre vorhandene molekulare Sauerstoff (O2) mit einem beträchtlichen Maß chemischer Trägheit ausgestattet, d.h. es reagiert nicht so leicht mit anderen Stoffen. Andererseits jedoch hängt unser Körper von der oxidierenden Eigenschaft des Sauerstoffs für seine Energieversorgung ab, und deshalb wurden unsere Zellen mit einem komplizierten Enzymsystem ausgestattet, das dieses Gas in eine hohe Reaktionsbereitschaft versetzt.

In diesem Zusammenhang sollte auch hervorgehoben werden, dass dieses Enzymsystem ein hervorragendes Beispiel von schöpferischem Design darstellt, für das kein Evolutionskonzept, das daran festhält, dass das Leben sich als Ergebnis von Zufallsereignissen entwickelt hat, jemals hoffen kann eine Erklärung zu finden.2

Es gibt noch eine weitere Maßnahme, die getroffen wurde, um unsern Körper vom Verbrennen abzuhalten, und zwar das, was der englische Chemiker Nevil Sidwick 'die charakteristische Trägheit des Kohlenstoffs' nennt.95 Das bedeutet, dass der Kohlenstoff unter normalen Temperatur- und Druckbedingungen nicht sehr bestrebt ist, mit dem Sauerstoff zu reagieren. In chemischer Fachsprache ausgedrückt mag dies alles etwas esoterisch anmuten, doch was hier ausgesagt wird ist eine Gegebenheit, die jedem, der im Winter einmal einen Herd, gefüllt mit groben Holzscheitern oder Kohle, anheizen musste, oder im Sommer die Holzkohle an einem Bratrost entzünden wollte, bekannt ist. Um ein Feuer in Gang zu bringen muss man einige vorbereitende Maßnamen treffen (Papier und dünne Holzspäne, Fächer oder Blasbalg, oder einen leicht entzündbaren Brennstoff), oder man kann auch das Brennmaterial z.B. mit einem Schweiß- oder Bunsenbrenner stark erhitzen, doch sobald das Brennmaterial einmal in Brand gerät, reagiert der darin enthaltene Kohlenstoff sehr rasch mit dem Sauerstoff, und große Energiemengen werden freigesetzt. Aus diesem Grund ist es ohne die Hilfe einer anderen Hitzequelle so schwierig ein Feuer in Gang zu bringen, doch nachdem das Brennmaterial in Brand gesetzt ist, entsteht seht viel Wärme, sodass sich die anderen Kohlenstoffverbindungen in der Umgebung ebenfalls entzünden wodurch sich das Feuer verbreitet.

Wenn man sich etwas gründlicher mit dieser Angelegenheit befasst, erkennt man, dass das Feuer selbst ein höchst interessantes Design hat. Die chemischen Eigenschaften des Sauerstoffs und Kohlenstoffs sind so gestaltet, dass diese beiden Elemente nur dann miteinander reagieren, wenn bereits eine große Wärmemenge zugegen ist. Das ist auch sehr gut so, denn wenn dem nicht so wäre, wäre das Leben auf der Erde ziemlich unerträglich wenn nicht vollkommen unmöglich. Wenn Sauerstoff und Kohlenstoff etwas reaktionsfreudiger in Bezug zueinander wären, wäre die plötzliche Selbstentzündung von Menschen, Bäumen oder Tieren ein allgemein üblicher Vorfall, der immer dann stattfände, wenn das Wetter etwas zu warm werden würde. Jemand, der z.B. eine Wüste durchqueren muss, könnte in der Mittagshitze plötzlich in Brand geraten und auch Pflanzen und Tiere wären der gleichen Gefahr ausgesetzt. Selbst wenn das Leben unter solchen Bedingungen möglich wäre, wäre es gewiss kein Vergnügen.

Wenn Sauerstoff und Kohlenstoff andererseits etwas weniger reaktionsbereit wären als sie es sind, wäre es wesentlich schwieriger, ein Feuer auf dieser Welt zu entzünden: in der Tat, es wäre vielleicht sogar unmöglich. Und ohne das Feuer wären wir nicht nur außerstande uns zu erwärmen, sondern es ist auch höchst wahrscheinlich, dass es niemals eine technologische Entwicklung auf unserem Planeten gegeben hätte, die sehr weitgehend auf Metallbearbeitung beruht, und weder die Gewinnung noch die Bearbeitung von Metallen wäre ohne die vom Feuer erzeugte Hitze möglich.

Aus all dem geht wiederum hervor, dass auch die chemischen Eigenschaften des Kohlenstoffs und des Sauerstoffs genau so gestaltet wurden, um den Bedürfnissen des Menschen am besten zu entsprechen. Michael Denton hat dazu folgendes zu sagen:

Diese ungewöhnliche Reaktionsträgheit der Kohlenstoff- und Sauerstoffatome bei normalen Temperaturen, zusammen mit den enormen Energiemengen die ihre gegenseitige Reaktion beinhaltet, wenn diese erreicht ist, ist von großer Bedeutung in Bezug auf die Anpassung des Lebens auf der Erde. Diese außergewöhnliche Verbindung stellt nicht nur den höher entwickelten Lebensformen das ausgedehnte Energiepotential der Oxidation in einer kontrollierten und geordneten Weise zur Verfügung, sondern sie ermöglichte dem Menschen ebenfalls die kontrollierte Nutznießung des Feuers sowie die Ausnutzung der gewaltigen Verbrennungsenergien in der Entwicklung der Technologie.3

In anderen Worten, sowohl der Kohlenstoff als auch der Sauerstoff wurden mit solchen Eigenschaften geschaffen, die dem menschlichen Leben am besten angepasst sind. Die Eigenschaften dieser beiden Elemente ermöglichen uns, ein Feuer zu entzünden und dieses Feuer auf günstigste Weise zu nutzen. Zudem ist die Erde sehr reich an Quellen für, zur Verbrennung geeignetem Kohlenstoff (wie das Holz der Bäume). All das deutet darauf hin, dass das Feuer und die Brennstoffe speziell zur Unterstützung für das menschliche Leben erschaffen wurden. Im Quran gibt Allah dem Menschen folgendes zu bedenken

Er (ist es), Der euch aus dem grünen Baum Feuer gibt; und daher könnt ihr damit Feuer machen (Sure 36:80 - Ya Sin)

ANMERKUNGEN
1 L. L. Ingraham, "Enzymic Activation of Oxygen", Comprehensive Bioche-mistry, (ed. M. Florkin, E. H. Stotz), Amsterdam: Elsevier, Bd. 14, S. 424
2 Die Frage, wie das komplizierte Enzym System zustande kam, durch das die Sauerstoffaufnahme mithilfe des Atmungssystems ermöglicht wird, ist eine Frage, welche die Evolutionstheorie nicht erklären kann. Dieses System hat eine unreduzierbare Komplexität, d.h. es kann nicht funktionieren, wenn nicht jedes einzelne seiner Bestandteile vollständig funktionsfähig ist. Aus diesem Grund kann nicht behauptet werden, dass sich dieses System von einer einfacheren in eine kompliziertere Form entwickelt habe, wie es entsprechend der Evolution geschehen sein sollte. Prof. Ali Demirsoy, ein Biologie Professor an der Hacettepe Universität in Ankara und ein bekannter Verfechter der Evolutionstheorie in der Turkei, macht das folgende Zugeständnis bezüglich dieses Themas:
"… Hier jedoch stehen wir vor einem fundamentalen Problem. Während des Abbauvorgangs (der Nahrungsmoleküle mithilfe des Sauerstoffs) verwenden die Mitochondrien eine bestimmte Anzahl von Enzymen. Mangel an nur einem dieser Enzyme macht das gesamte System funktionsunfähig. Außerdem scheint die Energiegewinnung mit Sauerstoff kein System zu sein, das stufenweise fortschreitet. Nur das System in seiner Gesamtheit kann seine Funktion ausführen. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen anzunehmen, dass anstatt einer stufenweisen Entwicklung, an die wir uns bisher prinzipiell gehalten haben, alle Enzyme (des Krebs Zyklus), die zur Herbeiführung der Reaktionen in den Mitochondrien nötig sind, zufällig auf einmal in die Zelle eintraten, oder alle auf einmal in der Zelle gebildet wurden. Dem ist schon alleine deshalb so, weil Systeme, die den Sauerstoff nicht voll ausnützten, d.h. Systeme, die sich in einer Zwischenphase befänden, sofort disintegrieren würden, sobald sie mit Sauerstoff reagierten." (Ali Demirsoy, The Basic Laws of Life: General Zoology, Band 1, 1.Teil, Ankara, 1998, S.578)
Wo die Wahrscheinlichkeit der zufälligen Bildung nur eines dieser Enzyme (spezielle Proteine), die Prof. Demirsoy erwähnt, und sich gezwungen fühlt, anzunehmen, dass sie alle zufällig auf einmal in der Zelle gebildet wurden, nur 10950 ist, muss es gewiss unvernünftig erscheinen, vorzuschlagen, dass sich all diese Enzyme auf einmal durch Zufall bildeten.
3 Nevil V. Sidgwick, The Chemical Elements and Their Compounds, Bd.1. Oxford: Oxford University Press, 1950, S. 490

© 2003. HARUN YAHYA
Alle Materialien dieser Webseite können frei kopiert, gedruckt, veröffentlicht und verteilt werden,
unter der Bedingung, dass die Quelle “Harun Yahya” angegeben wird.
 info@erschaffungdesuniversums.com