Das Design im Feuer (oder 'Warum wir nicht geradewegs
in Flammen aufgehen')
Wie oben ausgeführt, ist die grundsätzliche Reaktion,
die Sauerstoff atmende Organismen mit der, ihnen
lebenswichtigen Energie versorgt, die Oxidation
von Kohlenwasserstoffen. Diese schlichte Tatsache
jedoch wirft eine 'brennende' Frage auf: Wenn
unsere Körper hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen
bestehen, warum oxidieren diese dann nicht ebenso?
Oder anders ausgedrückt: Warum gehen wir nicht
geradewegs in Flammen auf, wie ein Zündholz?
Unser Körper ist ständig mit dem Sauerstoff der
Luft in Berührung, und dennoch oxidiert er nicht
und fängt kein Feuer - warum nicht?
Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch
ist, dass die molekulare Form des Sauerstoffs
(O2) ein gewisses Maß an Trägheit besitzt. (In
dem Sinn, in dem Chemiker den Ausdruck 'Trägheit'
verwenden, bedeutet das Widerstreben oder die
Unfähigkeit einer Substanz, mit anderen Substanzen
chemisch zu reagieren.) Damit jedoch erhebt sich
eine weitere Frage: Wenn molekularer Sauerstoff
so eine Trägheit besitzt uns nicht zu entzünden,
wie wird das gleiche Molekül dazu bewegt, innerhalb
unserer Körper an chemischen Reaktionen teilzunehmen?
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Diese Frage, mit der sich Chemiker seit Mitte
des 19. Jahrhunderts befassten, blieb bis zur
zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unbeantwortet,
als durch biochemische Forschung die Existenz
einiger Enzyme im menschlichen Körper entdeckt
wurde, deren ausschließliche Funktion es ist,
den Sauerstoff in der Atmosphäre zu chemischen
Reaktionen zu veranlassen. In einer Reihe von
äußerst komplizierten Stufen verwenden diese speziellen
Enzyme Eisen- und Kupferatome, die in unseren
Körpern vorhanden sind, als Katalysatoren. Ein
Katalysator ist eine Substanz, die eine chemische
Reaktion unter solchen Bedingungen einleitet bzw.
beschleunigt unter denen sie andernfalls nicht,
oder nur sehr träge stattfinden würde (z.B. niedrige
Temperatur etc.).1
Es liegt hier eine sehr interessante Situation
vor: Der Sauerstoff ist ein Element, das Oxidation
und Verbren-nung verursacht und normalerweise
wäre zu erwarten, dass es auch unseren Körper
verbrennt. Um das zu verhindern wurde der, in
der Atmosphäre vorhandene molekulare Sauerstoff
(O2) mit einem beträchtlichen Maß chemischer
Trägheit ausgestattet, d.h. es reagiert nicht
so leicht mit anderen Stoffen. Andererseits jedoch
hängt unser Körper von der oxidierenden Eigenschaft
des Sauerstoffs für seine Energieversorgung ab,
und deshalb wurden unsere Zellen mit einem komplizierten
Enzymsystem ausgestattet, das dieses Gas in eine
hohe Reaktionsbereitschaft versetzt.
In diesem Zusammenhang sollte auch hervorgehoben
werden, dass dieses Enzymsystem ein hervorragendes
Beispiel von schöpferischem Design darstellt,
für das kein Evolutionskonzept, das daran festhält,
dass das Leben sich als Ergebnis von Zufallsereignissen
entwickelt hat, jemals hoffen kann eine Erklärung
zu finden.2
Es gibt noch eine weitere Maßnahme,
die getroffen wurde, um unsern Körper vom Verbrennen
abzuhalten, und zwar das, was der englische Chemiker
Nevil Sidwick 'die charakteristische Trägheit
des Kohlenstoffs' nennt.95
Das bedeutet, dass der Kohlenstoff unter normalen
Temperatur- und Druckbedingungen nicht sehr bestrebt
ist, mit dem Sauerstoff zu reagieren. In chemischer
Fachsprache ausgedrückt mag dies alles etwas esoterisch
anmuten, doch was hier ausgesagt wird ist eine
Gegebenheit, die jedem, der im Winter einmal einen
Herd, gefüllt mit groben Holzscheitern oder Kohle,
anheizen musste, oder im Sommer die Holzkohle
an einem Bratrost entzünden wollte, bekannt ist.
Um ein Feuer in Gang zu bringen muss man einige
vorbereitende Maßnamen treffen (Papier und dünne
Holzspäne, Fächer oder Blasbalg, oder einen leicht
entzündbaren Brennstoff), oder man kann auch das
Brennmaterial z.B. mit einem Schweiß- oder Bunsenbrenner
stark erhitzen, doch sobald das Brennmaterial
einmal in Brand gerät, reagiert der darin enthaltene
Kohlenstoff sehr rasch mit dem Sauerstoff, und
große Energiemengen werden freigesetzt. Aus diesem
Grund ist es ohne die Hilfe einer anderen Hitzequelle
so schwierig ein Feuer in Gang zu bringen, doch
nachdem das Brennmaterial in Brand gesetzt ist,
entsteht seht viel Wärme, sodass sich die anderen
Kohlenstoffverbindungen in der Umgebung ebenfalls
entzünden wodurch sich das Feuer verbreitet.
Wenn man sich etwas gründlicher mit dieser Angelegenheit
befasst, erkennt man, dass das Feuer selbst ein
höchst interessantes Design hat. Die chemischen
Eigenschaften des Sauerstoffs und Kohlenstoffs
sind so gestaltet, dass diese beiden Elemente
nur dann miteinander reagieren, wenn bereits eine
große Wärmemenge zugegen ist. Das ist auch sehr
gut so, denn wenn dem nicht so wäre, wäre das
Leben auf der Erde ziemlich unerträglich wenn
nicht vollkommen unmöglich. Wenn Sauerstoff und
Kohlenstoff etwas reaktionsfreudiger in Bezug
zueinander wären, wäre die plötzliche Selbstentzündung
von Menschen, Bäumen oder Tieren ein allgemein
üblicher Vorfall, der immer dann stattfände, wenn
das Wetter etwas zu warm werden würde. Jemand,
der z.B. eine Wüste durchqueren muss, könnte in
der Mittagshitze plötzlich in Brand geraten und
auch Pflanzen und Tiere wären der gleichen Gefahr
ausgesetzt. Selbst wenn das Leben unter solchen
Bedingungen möglich wäre, wäre es gewiss kein
Vergnügen.
Wenn Sauerstoff und Kohlenstoff andererseits
etwas weniger reaktionsbereit wären als sie es
sind, wäre es wesentlich schwieriger, ein Feuer
auf dieser Welt zu entzünden: in der Tat, es wäre
vielleicht sogar unmöglich. Und ohne das Feuer
wären wir nicht nur außerstande uns zu erwärmen,
sondern es ist auch höchst wahrscheinlich, dass
es niemals eine technologische Entwicklung auf
unserem Planeten gegeben hätte, die sehr weitgehend
auf Metallbearbeitung beruht, und weder die Gewinnung
noch die Bearbeitung von Metallen wäre ohne die
vom Feuer erzeugte Hitze möglich.
Aus all dem geht wiederum hervor, dass auch die
chemischen Eigenschaften des Kohlenstoffs und
des Sauerstoffs genau so gestaltet wurden, um
den Bedürfnissen des Menschen am besten zu entsprechen.
Michael Denton hat dazu folgendes zu sagen:
Diese ungewöhnliche Reaktionsträgheit der Kohlenstoff-
und Sauerstoffatome bei normalen Temperaturen,
zusammen mit den enormen Energiemengen die ihre
gegenseitige Reaktion beinhaltet, wenn diese
erreicht ist, ist von großer Bedeutung in Bezug
auf die Anpassung des Lebens auf der Erde. Diese
außergewöhnliche Verbindung stellt nicht nur
den höher entwickelten Lebensformen das ausgedehnte
Energiepotential der Oxidation in einer kontrollierten
und geordneten Weise zur Verfügung, sondern
sie ermöglichte dem Menschen ebenfalls die kontrollierte
Nutznießung des Feuers sowie die Ausnutzung
der gewaltigen Verbrennungsenergien in der Entwicklung
der Technologie.3
In anderen Worten, sowohl der Kohlenstoff als
auch der Sauerstoff wurden mit solchen Eigenschaften
geschaffen, die dem menschlichen Leben am besten
angepasst sind. Die Eigenschaften dieser beiden
Elemente ermöglichen uns, ein Feuer zu entzünden
und dieses Feuer auf günstigste Weise zu nutzen.
Zudem ist die Erde sehr reich an Quellen für,
zur Verbrennung geeignetem Kohlenstoff (wie das
Holz der Bäume). All das deutet darauf hin, dass
das Feuer und die Brennstoffe speziell zur Unterstützung
für das menschliche Leben erschaffen wurden. Im
Quran gibt Allah dem Menschen folgendes zu bedenken
Er (ist es), Der euch aus dem
grünen Baum Feuer gibt; und daher könnt ihr
damit Feuer machen (Sure 36:80 - Ya Sin)
| ANMERKUNGEN |
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L. L. Ingraham, "Enzymic Activation
of Oxygen", Comprehensive Bioche-mistry,
(ed. M. Florkin, E. H. Stotz), Amsterdam:
Elsevier, Bd. 14, S. 424
2 Die Frage, wie das komplizierte Enzym
System zustande kam, durch das die Sauerstoffaufnahme
mithilfe des Atmungssystems ermöglicht
wird, ist eine Frage, welche die Evolutionstheorie
nicht erklären kann. Dieses System hat
eine unreduzierbare Komplexität, d.h.
es kann nicht funktionieren, wenn nicht
jedes einzelne seiner Bestandteile vollständig
funktionsfähig ist. Aus diesem Grund kann
nicht behauptet werden, dass sich dieses
System von einer einfacheren in eine kompliziertere
Form entwickelt habe, wie es entsprechend
der Evolution geschehen sein sollte. Prof.
Ali Demirsoy, ein Biologie Professor an
der Hacettepe Universität in Ankara und
ein bekannter Verfechter der Evolutionstheorie
in der Turkei, macht das folgende Zugeständnis
bezüglich dieses Themas:
"… Hier jedoch stehen wir vor einem
fundamentalen Problem. Während des Abbauvorgangs
(der Nahrungsmoleküle mithilfe des Sauerstoffs)
verwenden die Mitochondrien eine bestimmte
Anzahl von Enzymen. Mangel an nur einem
dieser Enzyme macht das gesamte System
funktionsunfähig. Außerdem scheint die
Energiegewinnung mit Sauerstoff kein System
zu sein, das stufenweise fortschreitet.
Nur das System in seiner Gesamtheit kann
seine Funktion ausführen. Aus diesem Grund
sehen wir uns gezwungen anzunehmen, dass
anstatt einer stufenweisen Entwicklung,
an die wir uns bisher prinzipiell gehalten
haben, alle Enzyme (des Krebs Zyklus),
die zur Herbeiführung der Reaktionen in
den Mitochondrien nötig sind, zufällig
auf einmal in die Zelle eintraten, oder
alle auf einmal in der Zelle gebildet
wurden. Dem ist schon alleine deshalb
so, weil Systeme, die den Sauerstoff nicht
voll ausnützten, d.h. Systeme, die sich
in einer Zwischenphase befänden, sofort
disintegrieren würden, sobald sie mit
Sauerstoff reagierten." (Ali Demirsoy,
The Basic Laws of Life: General Zoology,
Band 1, 1.Teil, Ankara, 1998, S.578)
Wo die Wahrscheinlichkeit der zufälligen
Bildung nur eines dieser Enzyme (spezielle
Proteine), die Prof. Demirsoy erwähnt,
und sich gezwungen fühlt, anzunehmen,
dass sie alle zufällig auf einmal in der
Zelle gebildet wurden, nur 10950
ist, muss es gewiss unvernünftig erscheinen,
vorzuschlagen, dass sich all diese Enzyme
auf einmal durch Zufall bildeten.
3 Nevil V. Sidgwick, The Chemical Elements
and Their Compounds, Bd.1. Oxford: Oxford
University Press, 1950, S. 490
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