Die ideale Löslichkeit des Sauerstoffs
Die Nutzung des Sauerstoffs durch unseren Körper
ist weitgehend durch die Löslichkeit dieses Gases
im Wasser bedingt. Der Sauerstoff, der beim Einatmen
in unsere Lungen gelangt, wird unmittelbar im
Blut aufgelöst. Das Hämoglobin, ein im Blut vorhandenes
Protein bindet diese Sauerstoffmoleküle und transportiert
sie zu den Zellen des Körpers, wo sie mit Hilfe
jenes zuvor erwähnten speziellen Enzymsystems
verwendet werden, die als Brennstoff vorgesehenen
Kohlenstoffverbindungen (die in den Mitochondrien
der Zellen gespeichert sind und als ATP bezeichnet
werden) zu oxydieren und ihre Energie freizusetzen.
Alle komplexen Organismen erhalten ihre Energie
auf diese Weise, wobei das Funktionieren dieses
Systems insbesondere von der Löslichkeit des Sauerstoffs
abhängt. Wenn der Sauerstoff nicht genügend löslich
wäre, würde nicht genug Sauerstoff ins Blut aufgenommen
werden und die Zellen könnten nicht genügend Energie
erzeugen um ihren Bedarf zu decken. Wenn sich
der Sauerstoff andererseits zu leicht auflösen
würde, gäbe es einen Überschuss an Sauerstoff
im Blut, was zu einem Zustand führen würde, der
als 'Sauerstoffvergiftung' oder 'O2
-Toxikose' bekannt ist.
Der Löslichkeitsgrad von Gasen im Wasser unterscheidet
sich um ein vielfaches, so dass der, des am leichtesten
löslichen Gases eine Million mal höher ist, als
der des Gases, das sich am schlechtesten auflöst,
und kaum ein Gas hat den gleichen Löslichkeitsgrad
wie irgend ein anderes. Die Löslichkeit von Kohlendioxid
im Wasser, z.B. ist zwanzig mal höher als die
des Sauerstoffs. Unter all den unterschiedlichen
Löslichkeitsgra-den ist der des Sauerstoffs genau
derjenige, der den Erfordernissen des menschlichen
Lebens am besten genüge tut.
Was wären die Folgen, wenn die Löslichkeit des
Sauerstoffs etwas schlechter oder besser wäre?
Wir wollen zuerst die erste hypothetische Situation
betrachten. Wenn sich der Sauerstoff schlechter
im Wasser (und damit auch im Blut) auflösen würde,
würde weniger Sauerstoff in den Blutstrom gelangen
und die Zellen würden einen Sauerstoffmangel erleiden.
Dies würde Lebewesen mit hohem Stoffwechsel, wie
den Menschen, das Leben sehr erschweren, denn
egal wie oft und tief wir ein- und ausatmen würden,
wir wären stetig der Gefahr des Erstickens ausgesetzt,
weil den Körperzellen nicht genügend Sauerstoff
zugeführt werden würde.
Wenn der Sauerstoff andererseits leichter löslich
wäre, wären wir, wie obig bereits kurz erwähnt,
der Gefahr der Sauerstoffvergiftung ausgesetzt.
Der Sauerstoff ist im Grunde genommen eine sehr
gefährliche Substanz; wenn ein Organismus zuviel
davon abbekommt, kann das tödliche Folgen haben.
Ein Teil des Sauerstoffs im Blut reagiert mit
dem Wasser des Bluts; wenn der Gehalt des aufgelösten
Sauerstoffs zu hoch wird, bilden sich äußerst
reaktionsfreudige, schädliche Nebenprodukte. Eine
der Funktionen des komplizierten Systems der Blutenzyme
ist es, dies zu verhindern. Wenn der Sauerstoffspiegel
jedoch zu hoch steigt, können die Enzyme nicht
mehr mithalten, und das hätte zur Folge, dass
wir uns mit jedem Atemzug ein wenig mehr vergiften
würden und dieser schleichenden Vergiftung in
kurzer Zeit erlegen wären. Der Chemiker Irwin
Fridowich bemerkt folgendes zu diesem Thema:
Alle atmenden Organismen sind in einer grausamen
Zwickmühle verstrickt. Der selbe Sauerstoff,
der ihr Leben unterhält ist giftig für sie,
und ihr stets gefährdetes Überleben hängt lediglich
von raffinierten Abwehrmechanismen ab.1
Was uns von diesen Gefahren der Vergiftung durch
einen Überschuss an Sauerstoff, und der Erstickung
aufgrund von Sauerstoffmangel schützt, ist, dass
der Löslichkeitsgrad des Sauerstoffs und die komplizierten
Enzymsysteme des Körpers mit sorgfältiger Präzision
genau so geplant und erschaffen wurden um ihre
Aufgaben erfüllen zu können, oder, um noch deutlicher
zu sein, Allah hat nicht nur die Luft, die wir
atmen geschaffen, sondern auch die physiologischen
Systeme, die es ermöglichen, dass wir diese Luft
verwenden können, und beide in vollendeter Harmonie
einander angepasst.
| ANMERKUNGEN |
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| 1
Irwin Fridovich, "Oxygen Radicals,
Hydrogen Peroxide, and Oxygen Toxicity",
Free Radicals in Biology, (ed. W. A. Pryor),
New York: Academic Press, 1976, S. 239
f.
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