DAS GLEICHGEWICHT
IN DER EXPLOSION
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Die
Gewalt der Explosion des Universums entsprach
mit fast unglaublicher Genauigkeit seiner Gravitation.
Der Big Bang war offensichtlich nicht irgend eine
unwillkürliche Explosion, sondern eine Energieentladung
von genau abgestimmtem Ausmaß.
Paul Davies, Professor der theoretischen
Physik 1
Im ersten Kapitel untersuchten wir die Schöpfung
des Universums aus dem Nichts, als Ergebnis einer
enormen Explosion. Wir wollen nun einige Folgerungen
betrachten, die sich daraus ergeben.
Wissenschaftler schätzen dass es im ganzen Universum
mehr als 300 Milliarden Galaxien gibt. Diese Galaxien
haben eine Anzahl verschiedener Formen (spiralförmig,
elliptisch, usw.) und jede enthält etwa die gleiche
Anzahl von Sternen, wie das Universum Galaxien
enthält. Einer dieser Sterne, die Sonne wird von
neun hauptsächlichen Planeten in großer Harmonie
umkreist. Wir alle leben auf dem dritten dieser
Planeten, von der Sonne aus.
Man sehe sich nur einmal um: Sieht das, was wir
sehen, so aus, wie ein ungeordnetes Durcheinander
von Materie, die unwillkürlich hier und dort verstreut
ist? Natürlich nicht. Wie jedoch hätte Materie
organisierte Galaxien bilden können, wenn sie
aufs Geratewohl versprengt worden wäre? Warum
hat sich die Materie an bestimmten Punkten angehäuft
und Sterne gebildet? Wie konnte das fein abgestimmte
Gleichgewicht unseres Sonnensystems aus einer
gewaltigen Explosion hervorgehen? Dies sind sehr
wichtige Fragen, und sie führen uns zu der Kernfrage,
wie das Universum nach dem Urknall strukturiert
wurde.
Wenn der Big Bang tatsächlich solch eine verheerende
Explosion war, wäre zu erwarten, dass die Materie
überall hin aufs Geratewohl verstreut worden sein
sollte. Doch dem ist nicht so. Stattdessen ist
es organisiert in Planeten, Sterne, Galaxien und
galaktische Nebel. Es ist, wie wenn eine Bombe
in einem Kornspeicher explodierte, wobei das gesamte
Getreide dann ordentlich in Säcke und Ballen gefüllt,
fertig zur Auslieferung auf Lastwagen landet,
anstatt überall hin verstreut zu werden. Fred
Hoyle, der jahrelang ein hartnäckiger Gegner der
Urknall-Theorie gewesen war, gab seinem Erstaunen
über diese Struktur folgendermaßen Ausdruck:
Die Big Bang-Theorie besagt, dass das Universum
mit einer einzigen Explosion begann. Obwohl,
wie unten ersichtlich, eine Explosion Materie
lediglich auseinanderschleudert, hat der Big
Bang auf mysteriöse Weise eine genau gegenteilige
Wirkung erzeugt - wobei die Materie in der Form
von Galaxien zusammengeballt ist.2
Dass die Materie, die durch den Big Bang erzeugt
wurde solche geordneten und organisierten Formen
gebildet hat, ist wahrlich eine außergewöhnliche
Sache. Das Vorhandensein solch einer Harmonie
führt uns zu der Erkenntnis, dass der Kosmos das
Ergebnis einer vollendeten Schöpfung durch Allah
war.
In diesem Kapitel wollen wir diese außergewöhnliche
Perfektion von höchster Ordnung betrachten und
untersuchen.
Die Geschwindigkeit der Explosion
Leute, die über den Big Bang nur vom Hörensagen
wissen, ohne sich nicht näher mit dem Thema auseinandergesetzt
zu haben, ahnen nicht, welch ein außerordentlicher
Plan dieser Explosion zugrunde liegen muss. Das
liegt daran, dass die meisten Leute die Idee einer
Explosion nicht mit Harmonie, Planung oder Organisation
assoziieren. Es gibt in der Tat einige sehr rätselhafte
Aspekte der komplexen Ordnung innerhalb des Big
Bang.
Eines dieser Rätsel hat mit der, durch die Explosion
verursachte Beschleunigung zu tun. Zum Zeitpunkt
der Explosion muss die Materie sicher begonnen
haben, sich mit enormer Geschwindigkeit in jede
Richtung zu bewegen. Da ist jedoch noch ein anderer
Punkt, den man hier beachten muss. Zu jenem Zeitpunkt
muss auch eine sehr starke Anziehungskraft vorhanden
gewesen sein: Eine Gravitation, die stark genug
war, das gesamte Universum in einem Punkt zusammenzuhalten.
Es sind hier zwei verschiedene, sich entgegengesetzte
Kräfte am Werk. Die Kraft der Explosion, die die
Materie nach außen und hinweg treibt, und die
Kraft der Anziehung, die versucht, der ersteren
entgegenzuwirken, und alles wieder zusammenzuziehen.
Das Universum kam ins Dasein, weil diese zwei
Kräfte im Gleichgewicht waren. Wenn die Anziehungskraft
größer gewesen wäre, als die Kraft der Explosion,
so wäre das Universum zusammengebrochen. Wenn
das Entgegengesetzte der Fall gewesen wäre, wäre
die Materie in alle Richtungen versprengt worden,
um sich niemals wieder zu vereinigen.
Wie sensitiv war dann dieser Gleichgewichtszustand?
Wie viel "Spiel" konnte da zwischen diesen beiden
Kräfte bestanden haben?
Paul Davies: "Der
Beweis ist stark genug, um das Vorhan-densein
eines bewussten kosmisches Designs anzuerkennen." |
Paul Davies, ein Professor der mathematischen
Physik an der Universität von Adelaide in Australien,
führte umfangreiche Berechnungen über die Bedingungen
durch, die zum Zeitpunkt des Big Bang vorgeherrscht
haben mussten, und kam zu einem Ergebnis, das
nur als erstaunlich beschrieben werden kann. Entsprechend
Davies hätte es kein Universum gegeben, falls
die Ausdehnungsrate auch nur um 10-18
Sekunden (eine Trillionstel Sekunde)
abgewichen wäre. Davies beschrieb seinen Schlussfolgerung
dermaßen:
Sorgfältige Bemessungen bringen die Ausdehnungsrate
sehr nahe an einen Grenzwert, bei welchem das
Universum gerade seiner eigenen Gravitationskraft
entgeht, und sich ins Unendliche ausdehnt. Ein
klein wenig langsamer, und der Kosmos würde
zusammenbrechen; ein klein wenig schneller,
und die kosmischen Materie wäre schon längst
vollständig verstreut gewesen. Es ist interessant
zu fragen, genau wie fein die Ausdehnungsrate
"abgestimmt" worden war, um in diesen engen
Grenzbereich zwischen zwei Katastrophen zu fallen.
Wenn sich zur Zeit I S (zu der das zeitliche
Verhalten der Ausdehnung bereits fest bestimmt
war) die Ausdehnungsrate um mehr als 10-18 von
ihrem tatsächlichen Wert unterschiedenen hätte,
wäre dies genug gewesen, dieses feine Gleichgewicht
zu zerstören. Die Gewalt der Explosion des Universums
entspricht mit fast unglaublicher Genauigkeit
seiner gravitierenden Kraft. Der Big
Bang war offensichtlich nicht irgend eine Explosion,
sondern eine Energieentladung von genau abgestimmtem
Ausmaß. 3
Bilim Teknik [Wissenschaft und Technik, eine
türkische wissenschaftliche Zeitschrift] zitiert
einen Artikel, der in Science erschienen war,
in welchem das phänomenale Gleichgewicht, das
in der eingängigen Phase des Universum erreicht
worden war, erörtert wird:
Wenn die Dichte des Universums ein klein wenig
stärker wäre, würde sich, entsprechend Einsteins
Relativitätstheorie, das Universum aufgrund
der Anziehungskraft der atomaren Teilchen nicht
ausdehnen, sondern zusammenziehen, bis es letztlich
in einen Punkt verschwinden würde. Wenn die
ursprüngliche Dichte ein wenig geringer gewesen
wäre, dann hätte sich das Universum schnell
ausgedehnt, und in diesem Fall würden sich atomare
Teilchen nicht gegenseitig anziehen und Sterne
und Galaxien hätten sich nie gebildet. Die Konsequenz
davon wäre gewesen, dass der Mensch niemals
ins Dasein gekommen wäre! Entsprechend der Berechnungen
ist der Unterschied zwischen der ursprünglichen
wirklichen Dichte des Universums und seiner
kritischen Dichte, deren Auftreten sehr unwahrscheinlich
ist, geringer als ein Billiardstel eines Prozents.
Das ist so ähnlich, wie wenn man einen
Bleistift auf seine Spitze stellte, so dass
er selbst nach einer Milliarde Jahren noch stünde…
darüber hinaus wird dieses Gleichgewicht umso
empfindlicher, je weiter sich das Universum
ausdehnt. 4
| Den Himmel erbauten Wir mit (Unserer)
Kraft und seht, wie Wir ihn (ständig)
ausdehnen.
(Sure 51:47 - adh-Dhariyat)
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Selbst Stephen Hawking, der sich sehr bemüht,
in A Brief History of Time [Eine kurze Geschichte
der Zeit] die Schöpfung des Universums als ein
Serie von Zufällen "hinwegzuerklären", bestätigt,
wie außergewöhnlich der Gleichgewichtszustand
bei dieser Ausdehnungsrate ist:
Wenn die Ausdehnungsrate eine Sekunde nach
dem Urknall auch nur um einen hunderttausend
Millionen Millionstel Bruchteil, kleiner gewesen
wäre, so wäre das Universum, wieder zusammengebrochen
bevor es je seine gegenwärtige Größe erreicht
hätte. 5
Worauf deutet dann solch ein bemerkenswerter
Gleichgewichts-zustand wie dieser hin? Die einzige
rationale Antwort auf diese Frage ist, dass es
Beweis eines bewussten und geplanten Designs ist,
und unmöglich zufällig sein kann. Trotz seiner
eigenen materialistischen Neigungen macht Dr.
Davies folgendes Zugeständnis:
Es ist schwierig, sich dem zu widersetzen,
dass die gegenwärtige Struktur des Universums,
die wie sich zeigt, so empfindlich gegenüber
den kleinsten Veränderungen in ihren Werten
ist, sehr sorgfältig durchdacht ist… die scheinbar
wundersame Übereinstimmung von numerischen Werten,
die die Natur ihren fundamentalen Konstanten
zugeteilt hat, bliebt nach wie vor der zwingendste
Beweis für ein Element kosmischen Designs.
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| ANMERKUNGEN |
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1 Paul Davies, Superforce:
The Search for a Grand Unified Theory of
Nature, 1984, S. 184
2 Fred Hoyle, The Intelligent Universe,
London, 1984, S. 184 f.
3 Paul Davies, Superforce: The Search for
a Grand Unified Theory of Nature, 1984,
S. 184
4 Bilim ve Teknik (Wissenschaft und Technik)
Nr. 201, S. 16
5 Stephen Hawking, A Brief History Of Time,
Bantam Press, London: 1988, S. 121 ff.
6 Paul Davies. God and the New Physics.
New York: Simon & Schuster, 1983, S.
189 |
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