Die Photosynthese und das
Licht
Die Photosynthese ist ein chemischer Vorgang,
mit dessen Namen jeder, der jemals zur Schule
ging, vertraut ist. Viele Leute jedoch sind sich
nicht bewusst, welche monumentale Bedeutung dieser
Vorgang für das Leben auf der Erde hat, und welch
ein Wunder ihre Funktionsweise darstellt.
Wir wollen zuerst einmal unsere verstaubten Chemiekenntnisse
aus der Schulzeit aufstöbern und uns die Formel
der Photosynthese betrachten:
6H2O + 6CO2 + Sonnenlicht
-> C6H12O6
+ 6O2(Glukose)
In schlichten Worten heißt das: Wasser, Kohlendioxid
und Sonnenlicht erzeugen Glukose und Sauerstoff.
Um etwas genauer zu sein, in dieser, durch die
Sonnenenergie eingeleiteten chemischen Reaktion
verbinden sich sechs Wassermoleküle (H2O)
mit sechs Kohlendioxidmolekülen (CO2).
Das Ergebnis der abgeschlossenen Reaktion ist
ein einzelnes Glukosemolekül (C6H12O6)
- einfacher Zucker, das Grundelement der Nahrung
- und 6 gasförmige Sauerstoffmoleküle (O2).
Glukose, welche die Quelle aller Nährstoffe auf
diesem Planeten darstellt, hat einen hohen Energiegehalt.
Diese Reaktion mag auf den ersten Blick sehr
einfach erscheinen, doch in Wirklichkeit ist sie
äußerst kompliziert. Es gibt nur einen 'Ort' an
dem sie stattfindet: in den Pflanzen. Die Pflanzen
dieser Welt erzeugen die Nahrungsgrundlage für
alle anderen Lebewesen. Alle anderen Lebewesen
ernähren sich in irgend einer Weise von Glukose.
Pflanzenfressende Tiere ernähren sich direkt von
den Pflanzen und fleischfressende Tiere ernähren
sich von Pflanzen und - bzw. ausschließlich -
anderen Tieren. Die Menschen sind dabei keine
Ausnahme: Wir beziehen unsere Energie von der
Nahrung, die wir zu uns nehmen, d.h. von der selben
Quelle. Jeder Apfel, jede Kartoffel, jedes Stück
Schokolade und jedes Schnitzel das wir verzehren,
gibt uns Energie, die letzten Endes von der Sonne
stammt.
| Seit Hunderten
von Millionen Jahren vollziehen die Pflanzen
einen Prozess, der bisher in keinem Labor
nachvollzogen werden konnte: Unter Benutzung
des Sonnenlichts erzeugen sie Nahrung.
Eine ausschlaggebende Bedingung für diesen
außergewöhnlichen Umwandlungsprozess jedoch
ist, dass das Licht, das die Pflanzen
erreicht, die genau richtige Bandbreite
haben muss, damit die Photosynthese stattfinden
kann.
|
Die Photosynthese erfüllt noch eine weitere wichtige
Funktion. Die Reaktion erzeugt zwei Produkte.
Zuzüglich zur Glukose werden noch sechs Sauerstoffmoleküle
freigesetzt. Die Pflanzen reinigen fortwährend
die Atmosphäre, die von den luftatmenden Lebewesen,
den Menschen und Tieren, andauernd 'verschmutzt'
wird, deren Energiebedarf durch Verbrennung mit
Sauerstoff gedeckt wird, einer Reaktion bei der
Kohlendioxid erzeugt wird. Wenn die Pflanzen keinen
Sauerstoff freisetzen würden, würden die Sauerstoffatmer
letzten Endes den gesamten freien Sauerstoff in
der Atmosphäre verbrauchen, und das würde ihr
Ende bedeuten. Stattdessen wird der Sauerstoffgehalt
der Atmosphäre ständig von den Pflanzen erneuert.
Ohne Photosynthese könnte es keine Vegetation
geben und ohne Vegetation gäbe es kein tierisches
und menschliches Leben. Diese wunderbare chemische
Reaktion, die in keinem Labor je nachvollzogen
werden konnte, findet tief in dem Gras statt,
auf das wir achtlos treten und in den Bäumen,
denen wir kaum Beachtung geben; sie vollzog sich
einst in dem Gemüse, das auf unserem Teller serviert
ist...Es ist einer der grundlegendsten Lebensprozesse.
Interessant dabei ist, welch ein äußerst sorgfältig
entworfener Prozess die Photosynthese ist. Wenn
man sie umfassend studiert, kann man nicht übersehen,
dass ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen der
pflanzlichen Photosynthese und dem Energieverbrauch
der sauerstoffatmenden Lebewesen herrscht. Die
Pflanzen erzeugen Glukose und Sauerstoff. Die
Sauerstoffatmer verbrennen die Glukose mithilfe
des Sauerstoffs in ihren Zellen, um Energie zu
gewinnen und setzen Kohlendioxid und Wasser frei
(sie vollziehen praktisch die Umkehrung der Photosynthese),
das von den Pflanzen zur Erzeugung von mehr Glukose
und Sauerstoff verwendet wird, usw. Dies ist ein
fortlaufender Kreislauf, der 'Kohlenstoffzyklus'
genannt wird und von der Energie der Sonne betrieben
wird.
Um zu sehen, wie vollkommen die Gestaltung dieses
Kreislaufs tatsächlich ist, wollen wir unsere
Aufmerksamkeit zunächst nur einem seiner Bestandteile
zuwenden - dem Sonnenlicht.
Im ersten Teil dieses Kapitels betrachteten wir
das Sonnenlicht und erkannten, dass seine Strahlungsqualität
genau auf die Ermöglichung des Lebens auf der
Erde zugeschnitten war. Könnte es auch speziell
auf die Photosynthese abgestimmt sein? Oder haben
die Pflanzen genügend Flexibilität, um den photosynthetischen
Prozess mit jeder Art von Licht, das sie erreicht,
durchzuführen?
Der amerikanische Astronom George Greenstein
erörtert das in seinem Buch The Symbiotic Universe
[Das Symbiotische Universum]:
Das Molekül, das die Photosynthese verwirklicht,
ist das Chlorophyll... Der Mechanismus der Photosynthese
wird durch die Aufnahme des Lichtes von einem
Chlorophyllmolekül eingeleitet. Damit das jedoch
geschehen kann, muß das Licht die richtige Farbe
haben. Licht mit einer unpassenden Farbe nützt
nichts.
Ein gutes Gleichnis dafür ist ein Fernsehempfänger.
Um einen bestimmten Sender zu empfangen muss
das Gerät auf die entsprechende Frequenz eingestellt
sein; mit einer anderen Einstellung ist der
Empfang nicht möglich. Mit der Photosynthese
verhält es sich gleichermaßen. Die Sonne fungiert
als der Sender in dem Beispiel und das Chlorophyll
als der Fernsehapparat. Wenn dieses Chlorophyllmolekül
und die Sonne nicht aufeinander abgestimmt sind
- im Sinne einer Feineinstellung der Farbfrequenz
- findet die Photosynthese nicht statt. Und
siehe da, die Farbe des Sonnenlichts ist genau
die richtige.1
Im vorhergehenden Kapitel erwähnten wir den,
dem 'Anpassungskonzept' anhaftenden Irrtum. Einige
Evolutionisten sind der Auffassung, dass sich,
'falls andere Bedingungen vorgeherrscht hätten,
das Leben dementsprechend anders, in vollkommenem
Einklang mit jenen entwickelt hätte.' Eine oberflächliche
Betrachtung der Photosynthese und Pflanzen könnte
einen etwa zu einem Schluss, wie diesen verleiten.
'Wenn das Sonnenlicht anders wäre, hätten sich
die Pflanzen eben dementsprechend entwickelt.'
Das ist jedoch tatsächlich unmöglich. Obwohl selbst
ein Evolutionist, gesteht George Greenstein diese
Tatsache zu:
Man könnte denken, dass hier eine Art von Anpassung
stattfand: Eine Anpassung des pflanzlichen Lebens
an die Eigenschaften des Sonnenlichts. Könnte
letztlich nicht, falls die Sonne eine andere
Temperatur hätte, ein anderes Molekül, das entsprechend
auf die Aufnahme von Licht einer anderen Farbe
abgestimmt wäre das Chlorophyll ersetzen? Erstaunlicherweise
ist die Antwort 'nein', denn innerhalb bestimmter
Grenzen absorbieren alle Moleküle Licht ähnlicher
Farben. Die Aufnahme von Licht geschieht durch
eine Erregung der Elektronen in den Molekülen
in ein höheres Energieniveau, egal um welches
Molekül es sich dabei handelt. Abgesehen davon
besteht das Licht aus Photonen, die Energiepakete
sind, und Photonen mit einem unpassenden Energiegehalt
können schlicht und einfach nicht absorbiert
werden... Wie es in Wirklichkeit aussieht, sind
die Physik der Sterne, und die der Moleküle
aufs Beste aufeinander abgestimmt;
jedoch ohne diese Abstimmung aufeinander wäre
das Leben nicht möglich gewesen.2
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| DAS
WUNDERBARE ZUSAMMENWIRKEN DES SONNENLICHTS
UND DES CHLOROPHYLLS
Was den
Pflanzen ermöglicht, die Photosynthese
durchzuführen, ist die Lichtempfindlichkeit
der Chlorophyllmoleküle in ihren Zellen.
Das Chlorophyll kann jedoch nur Licht
einer sehr begrenzten Bandbreite benützen,
und die geeigneten Wellenlängen sind genau
diejenigen, welche der größte Teil der
Sonnenausstrahlung besitzt. Interessant
dabei ist, dass diese zur Photosynthese
geeignete Bandbreite nur 10-25 des gesamten
elektromagnetischen Spektrums entspricht.
Die beiden
obigen Diagramme machen die außergewöhnliche,
gegenseitige Anpassung des Sonnenlichts
und des Chlorophylls deutlich. Die obere
Abbildung zeigt die Verteilung der verschiedenen
Lichtarten in der Sonnenausstrahlung,
und die untere Abbildung zeigt das Licht
unter dem die Photosynthese stattfinden
kann. Die Tatsache, dass die beiden Kurven
fast vollkommen übereinstimmen, ist ein
Hinweis darauf, wie vollendet das Design
des sichtbaren Lichts ist. |
Was Greenstein sagt, bedeutet kurzgefaßt: Pflanzen
können die Photosynthese nur mit Licht einer bestimmten
Wellenlänge vollziehen, und das Licht, das von
der Sonne ausgestrahlt wird, entspricht genau
dieser Bandbreite.
Die Harmonie zwischen Stellar- und Molekularphysik
auf die sich Greensteins bezieht, ist weitaus
zu außergewöhnlich, als dass sie sich durch Zufall
erklären ließe. Es bestand nur eine Wahrscheinlichkeit
von 1:1025, dass die Sonne genau die
Art von Licht bereitstellen würde, die für unsere
Existenz notwendig war, und dass es Moleküle auf
der Erde geben sollte, die dieses Licht verwenden
können...diese vollendete Harmonie ist ein unerschütterlicher
Beweis eines vorsätzlichen und bewußt entworfenen
Designs.
In anderen Worten, es gibt einen Schöpfer, der
alleine sowohl über das Licht der Sterne, als
auch über die Moleküle der Pflanzen waltet, und
der all diese Dinge in vollkommener, gegenseitiger
Harmonie mit einander erschaffen hat, gerade so,
wie es im Quran offenbart wurde:
Er ist Allah, der Schöpfer,
der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten
Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden
ist, preist Ihn, und Er ist der Mächtige, der
Allweise. (Sure 59:24 - al-Haschr)
| ANMERKUNGEN |
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George Greenstein, The Symbiotic Universe,
S. 96
71 George Greenstein, The Symbiotic Universe,
S. 96 f.
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