Unser
Augenlicht
Wir haben gesehen, dass das Licht, das uns von
der Sonne erreicht, nur in drei schmale Bandbreitenbereiche
des elektromagnetischen Spektrums fällt:
1) Infrarotes Licht, dessen Wellenlänge
größer als die des sichtbaren Lichts ist, und
das die Erde erwärmt.
2) Eine kleine Menge an ultraviolettem
Licht, dessen Wellenlänge kürzer als die des sichtbaren
Lichts ist, und das unter anderem für die Synthese
von Vitamin D notwendig ist.
3) Sichtbares Licht, das sowohl die Sehfähigkeit
als auch die Photosynthese der Pflanzen ermöglicht.
Das Vorhandensein von 'sichtbarem Licht" ist
ebenso wichtig für die biologische Gewährleistung
der Sehfähigkeit wie für die Photosynthese. Der
Grund dafür ist, dass es für ein biologisches
Auge unmöglich ist, Licht einer Bandbreite anders
als der des sichtbaren Lichts wahrzunehmen, mit
der Ausnahme einer sehr kleinen Fraktion von nahem
infrarotem Licht.
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Nur solche Lichtstrahlen, sind geeignet
für biologisches Sehen, deren Wellenlängen
innerhalb der Bandbreite dessen liegen,
was wir als 'sichtbares Licht' bezeichnen.
Der größte Teil der von der Sonne ausgestrahlten
Energie liegt in diesem Bereich.
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Um zu erklären, warum dem so ist, müssen wir
zuerst Verstehen wie der Sehprozess vonstatten
geht. Das Sehen beginnt damit, dass 'Lichtteilchen',
die 'Photonen' genannt werden, durch die Pupille
auf die Netzhaut fallen, die sich im hinteren
Teil des Auges befindet. Die Netzhaut enthält
lichtempfindliche Zellen, von denen jede so sensitiv
ist, dass sie selbst den Einfall eines einzelnen
Photons wahrnehmen können. Die Energie des Photons
aktiviert ein komplexes Molekül, das als 'Rhodopsin'
bekannt ist und in diesen Zellen in großen Mengen
vorhanden ist. Das Rhodopsin aktiviert seinerseits
andere Zellen, die ihrerseits noch weitere in
Gang setzen.1 Im Endeffekt
wird ein elektrischer Impuls erzeugt, der durch
die optischen Nerven ins Gehirn weitergeleitet
wird.
Die erste Voraussetzung für das Funktionieren
dieses Systems ist, dass die Netzhautzelle in
der Lage ist, ein einfallendes Photon zu erkennen.
Um das zu ermöglichen, muss das Photon eine genau
bemessene Energieladung haben. Wenn sie zu stark
oder zu schwach ist, wird die Rhodopsinreaktion
nicht eingeleitet. Eine Änderung der Augengröße
hat keinerlei Einfluss; worauf es ankommt ist
die Harmonie der Zellengröße mit der Wellenlänge
des Photons.
Ein organisches Auge zu entwerfen, das andere
Bandbreiten des elektromagnetischen Spektrums
wahrnehmen könnte, erweist sich als unmöglich
in einer Welt, die von, auf Kohlenstoff basiertem
Leben beherrscht ist. In seinem Buch Nature's
Destiny [Das Schicksal der Natur] geht Michael
Denton auf dieses Thema ein und erklärt, dass
ein organisches Auge nur innerhalb der Bandbreite
des 'sichtbaren Lichtes' sehen kann. Es ist zwar
theoretisch möglich, andere Modelle des Auges
zu entwerfen, doch keines davon wäre in der Lage,
Licht einer anderen Wellenlänge zu sehen. Denton
erklärt warum:
Ultraviolett, Röntgen- und Gammastrahlen sind
zu energiegeladen und höchst destruktiv, während
Infrarot und Radiowellen zu schwach sind um wahrgenommen
werden zu können, weil in ihrer Reaktion mit Materie
so wenig Energie umgesetzt wird... und so erscheint
es, dass aus mehreren verschiedenen Gründen der
sichtbare Bereich des elektromagnetischen Spektrums
der einzige Bereich ist, der biologische Sehfähigkeit
aufs äußerste begünstigt, und insbesondere das
scharfe Kameraauge der Wirbeltiere, das in Design
und Ausmaßen dem menschlichen Auge sehr nahe kommt.2
Wenn wir innehalten und das bisher gesagte zusammenfassen,
ergibt sich folgendes: Die Sonne strahlt Licht
einer sehr schmalen Bandbreite aus (eine Bandbreite,
die nur 10-25 des gesamten elektromagnetischen
Spektrums entspricht), das sehr gezielt ausgewählt
ist, indem es genau darauf abgestimmt ist, die
Erde zu erwärmen, die biologische Funktionen der
komplexen Lebensformen, sowie die Photosynthese
zu fördern, und auch den Lebewesen auf dieser
Welt das Sehen zu ermöglichen.
Der richtige Stern, der richtige
Planet und die richtige Entfernung
In dem Kapitel 'Der Blaue Planet' haben wir unsere
Welt mit den anderen Planeten des Sonnensystems
verglichen und fanden, dass der Temperaturbereich,
der für das Leben notwendig ist, nur auf der Erde
gegeben ist. Der entscheidende Grund dafür ist
die ideale Entfernung zwischen der Erde und der
Sonne. Die äußeren Planeten wie Jupiter, Saturn
oder Pluto sind zu kalt, während die inneren Planeten
wie Merkur oder Venus zu heiß sind.
Diejenigen, die leugnen, dass der Abstand zwischen
Sonne und Erde Teil eines geplanten Designs ist,
könnten etwa folgendes behaupten:
'Im Weltall gibt es viele Sterne, von denen manche
wesentlich größer, und andere viel kleiner als
die Sonne sind. Diese könnten sehr wohl auch ihre
eigenen Planetensysteme haben. Wenn ein Stern
z.B. größer als die Sonne ist, dann müsste ein,
für das Leben idealer Planet wesentlich weiter
von diesem Stern entfernt sein, als der Abstand
zwischen der Sonne und der Erde ist. Ein Planet,
der z.B. einen Riesenstern in einem Abstand wie
dem, von Pluto zur Sonne umläuft, könnte ein gemäßigtes
Klima, wie das unserer Erde haben. Solch ein Planet
wäre dann geradeso für das Leben geeignet, wie
die Erde.'
Diese Behauptung ist von einem sehr wichtigen
Gesichtspunkt aus ungültig: Sie lässt die Tatsache
außer Acht, dass Sterne mit verschiedenen Massen
auch verschiedene Arten von Energie ausstrahlen.
Die bestimmenden Faktoren für die Wellenlänge
der von einem Stern ausgestrahlten Energie, sind
seine Masse und seine Oberflächen-temperatur (die
in direktem Verhältnis zu seiner Masse steht).
Die Sonne, z.B. strahlt nahes infrarotes, sichtbares
und ultraviolettes Licht deshalb aus, weil ihre
Oberflächentemperatur etwa 6000 0C beträgt. Wenn
die Masse der Sonne größer wäre, wäre ihre Oberflächentemperatur
höher, doch in diesem Fall wäre auch das Energieniveau
der Sonnenstrahlung erhöht, und die Sonne würde
viel mehr destruktive ultraviolette Strahlen aussenden,
als sie das tut.
Daraus geht hervor, dass irgend ein Stern, der
eine, insgesamt das Leben begünstigende Energie
ausstrahlen sollte, eine, unserer Sonne sehr ähnliche
Masse besitzen müsste. Und falls es für das Leben
geeignete Planeten gäbe, die solche Sterne umkreisen,
so müssten sie dies in einem Abstand tun, der
sich nicht wesentlich von dem unterscheidet, der
zwischen der Sonne und der Erde besteht.
In anderen Worten, kein Planet, der einen Roten
Riesenstern, Blauen Riesen oder irgend einen anderen
Stern umkreist, dessen Masse sich deutlich von
der der Sonne unterscheidet, könnte Leben beherbergen.
Die einzige Energiequelle, die Leben ermöglichen
kann, ist ein Stern wie unsere Sonne. Die
einzige planetarische Entfernung (zwischen
einem Mutterstern und seinem Satelliten)
die für das Leben geeignet ist, ist der Abstand
zwischen der Sonne und der Erde.
Diese Tatsache kann auch so ausgedrückt werden:
Sowohl die Sonne als auch die Erde wurden genau
so erschaffen, wie sie sein mussten. In der Tat,
der Quran erklärt, dass Allah alles entsprechend
einem genau bestimmten Maß erschaffen hat:
Er bringt die Morgendämmerung
hervor und machte die Nacht zur Ruhe und Entspannung
und die Sonne und den Mond zur Berechnung. Das
ist die Anordnung des Allmächtigen, des Allwissenden.
(Sure 6:96 - al-An'am)
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Auf der Oberfläche der Sonne herrscht
eine Tempe ratur von 6000°C. Wenn diese
Temperatur nur ein wenig höher oder niedriger
wäre, wäre das Sonnenlicht nicht zur Unter-haltung
des Lebens geeignet.
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| ANMERKUNGEN |
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72
Diese, sich im Auge vollziehende Kettenreaktion
ist eigentlich wesentlich komplizierter.
Das Licht, welches das Auge erreicht tritt
durch die Pupille ein und fällt auf die
Netzhaut im hinteren Teil des Auges. Wenn
das Licht zuerst auf die Netzhaut trifft,
reagiert ein Photon mit einem Molekül,
das 11- cis- Retinal benannt wurde. Die
Änderung in der Form des Retinalmoleküls
erzwingt eine Änderung in der Form des
Proteins Rhodopsin, an welches das Retinal
fest gebunden ist. Die Metamorphose des
Proteins ändert sich in ihrem Verhalten.
Das nun als Metarhodopsin II bezeichnete
Protein hängt sich an ein anderes Protein
namens Transdusin. Ein kleines, als GDP
bezeichnetes Molekül ist fest an das Transdusin
gebunden, bevor letzteres auf das Metarhodopsin
II stößt, doch wenn das Transdusin mit
dem Metarhodopsin II reagiert, fällt das
GDP ab und ein anderes, als GTP bezeichnetes
Molekül bindet sich an das Transdusin.
Nun sind zwei Proteine und ein chemisches
Molekül aneinander gebunden und das ganze
wird GTP-Transdusin-Metarhodopsin II genannt.
Dieses nun bindet sich an ein Protein
namens Phosphodiesterase. Wenn das Phosphodiesterase
an das Metarhodopsin II mitsamt Gefolge
gebunden ist, erwirbt es die chemische
Fähigkeit, ein als cGMP bezeichnetes Molekül
zu 'schneiden'. Ursprünglich befinden
sich eine Menge von cGMP Molekülen in
der Zelle, doch das Phosphodiesterase
vermindert ihre Konzentration, und zwar
in ähnlicher Weise, wie ein herausgezogener
Stöpsel den Wasserspiegel in einer Badewanne
senkt.
Ein weiteres Protein, welches cGMP bindet
wird ein 'Ionenkanal' genannt. Es fungiert
als eine Pforte, die die Anzahl der Natriumionen
in der Zelle reguliert. Normalerweise
gestattet der Ionenkanal den Natriumionen
in die Zelle einzufließen, während ein
anderes Protein sie wieder aktiv hinauspumpt.
Die zwiefältige Aktion des Ionenkanals
und der Pumpe hält den Natriumpiegel in
der Zelle innerhalb eines sehr begrenzten
Bereichs.
Wenn die Anzahl der cGMP Moleküle aufgrund
von Spaltung durch das Phosphodiesterase,
vermindert wird, schließt der Ionenkanal
und verursacht dadurch eine Verminderung
der Konzentration von positiv geladenen
Natriumionen in der Zelle. Dadurch wird
der Ladungsausgleich an der Zellmembrane
gestört, was schließlich die Übermittlung
eines Stromimpulses über den optischen
Nerv ins Gehirn verursacht. Wenn dieser
Impuls vom Gehirn interpretiert wird resultiert
das in Sehen. (Zitiert von Michael Behe,
Darwin's Black Box, New York: Free Press,
1996, S. 18 ff.).
Dies jedoch ist in Wirklichkeit eine sehr
gekürzte und vereinfachte Darstellung
des Sehprozesses. Falls die Vorgänge sich
auf diese Weise entwickelten, wären wir
nie in der Lage zu sehen. Falls lediglich
die obig erwähnten Reaktionen in der Zelle
stattfänden, wäre der Vorrat an 11-cis-Retinal,
cGMP, and Natriumionen sehr bald aufgebraucht.
Es gibt viele Mechanismen, die die Zellen
in ihren Originalzustand zurückführen
würden.
Die obig beschriebenen Reaktionen sind
weit davon entfernt, eine vollständige
biochemische Erklärung des Sehvorgangs
zu sein, sondern sind nur eine Zusammenfassung,
doch selbst diese gekürzte Fassung vermittelt
eine Idee, welch ein komplizierter und
vollendeter Mechanismus dem Sehen zugrunde
liegt, und sich daher niemals durch Evolution
entwickeln können hätte.
73 Michael Denton, Nature's Destiny, S.
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