
Ein im Freien
abgestelltes und verlassenes Auto verrostet
und verrottet. Alles im Universum unterliegt
der Entropie. Das entsprechende Naturgesetz
besagt, dass alles, wenn es sich selbst
überlassen bleibt, im Lauf der Zeit an
Stabilität und Ordnung verliert. |
Um das Konzept der Ordnung im Universum zu verstehen,
müssen wir zuerst den zweiten Lehrsatz der Thermodynamik
betrachten, der eines der universellen Naturgesetze
ist. Dieses Gesetz besagt, dass organisierte
Systeme, wenn sie sich selbst überlassen werden,
im Verlauf der Zeit an Beständigkeit und Organisation
verlieren. Dieses Gesetz ist auch als das Gesetz
der Entropie bekannt. In der Physik bedeutet Entropie
die Menge der Unordnung, die in einem System vorhanden
ist. Der Übergang eines Systems von einem stabilen
Zustand in einen unbeständigen ist das Gleiche,
wie eine Zunahme in seiner Entropie. Die Unbeständigkeit
steht in direktem Verhältnis zur Entropie dieses
Systems.
Das ist Allgemeinwissen und viele Beispiele davon
kann man im Alltagsleben beobachten. Wenn man
sein Auto irgendwo im Freien ein Jahr oder selbst
nur ein paar Monate lang abstellen würde, könnte
man kaum erwarten, wenn man zurückkommt, es in
gleich gutem Zustand vorzufinden, wie den, in
dem man es zurück ließ. Man würde wahrscheinlich
platte Reifen, gebrochene Fenster, verrostete
Teile der Karosserie und des Motors usw. feststellen.
Ebenso, wenn man nur ein paar Tage die Pflege
eines Hauses vernachlässigt, wird man sofort sehen
wie sich der Staub ansammelt und Unordnung verbreitet
je mehr Zeit verstreicht. Das ist eine Art Entropie;
dem kann jedoch Abhilfe geschaffen werden, indem
man sauber macht, die Dinge, die herumliegen,
aufräumt und den Abfall beseitigt.
Der zweite Lehrsatz der Thermodynamik wird weithin
als gültig und aktiv akzeptiert. Einstein, der
größte Wissenschaftler unserer Zeit sagte, dass
dieses Gesetz das "vorrangigste Gesetz aller Wissenschaft"
sei. Der amerikanische Wissenschaftler Jeremy
Rifkin bemerkt in seinem Buch Entropy: A New World
View [Entropie: Eine neue Perspektive der Welt]:
Das Gesetz der Entropie wird als das leitende
Paradigma über die nächste Geschichtsepoche
vorherrschen. Albert Einstein sagte dass
es das vorrangigste Gesetz aller Wissenschaft
sei: Sir Arthur Eddington bezog
sich darauf als das höchste metaphysische Gesetz
des gesamten Kosmos. 1
Es möge von Interesse sein zu bemerken, dass
das Gesetz der Entropie selbst viele der Postulate
des Materialismus von Vornherein ungültig macht.
Denn, wenn es ein bestimmtes Design und eine Ordnung
im Universum gibt, so besagt das Gesetz, dass
diese Situation im Lauf der Zeit, durch das Universum
selbst abgeschafft werden wird. Von dieser Beobachtung
lassen sich zwei Schlüsse ziehen:
1) Sich selbst überlassen kann das Universum
nicht in Ewigkeit existieren. Das zweite Gesetz
besagt, dass ohne äußerlichen Eingriff irgend
einer Art, wird sich die Entropie letzten Endes
steigern und im ganzen Universum verbreiten, bis
ein vollständig homogener Zustand erreicht ist.
2) Die Behauptung, dass die Ordnung, die
wir beobachten, nicht das Ergebnis eines äußerlichen
Eingriffs sei, ist ebenfalls ungültig. Unmittelbar
nach dem Urknall war das Universum in genau solch
einem vollständig ungeordneten Zustand als er
vorherrschen würde, wenn Entropie ihr Höchstmaß
erreicht hätte. Dass sich das jedoch geändert
hat, kann man deutlich sehen, wenn man sich umsieht.
Diese Veränderungen fanden statt in scheinbarem
Widerspruch zu einem der grundsätzlichen Naturgesetze
- dem Gesetzes der Entropie. Diese Veränderungen
kann in absolut keiner anderen Weise erklärt werden,
als dass eine Art übernatürliche Schöpfung angenommen
wird.

Jede Galaxie
im Universum ist ein Beweis der organisierten
Struktur, die überall vorherrscht. Diese
phantastischen Systeme, die durchschnittlich
je 300 Milliarden Sterne enthalten, sind
ein gewaltiges Schauspiel von Gleichgewicht
und Harmonie. |
Ein Beispiel mag diesen zweiten Punkt verdeutlichen.
Man stelle sich das Universum als eine riesige
Höhle vor, die mit einem Gemenge von Wasser, Steinen
und Lehm angefüllt ist. Wir belassen diese Höhle
einige Milliarden Jahre lang bei sich selbst und
kommen dann zurück um zu sehen, was aus ihr wurde.
Bei unserer Rückkehr würden wir feststellen, dass
einige der Steine kleiner geworden waren, einige
verschwunden waren, die Erdschicht höher geworden
war mit mehr Lehm usw. Die Dinge sind in größerer
Unordnung, was natürlich ist - gerade so wie wir
es erwartet haben mögen. Wenn man Milliarden Jahre
später die Steine in fein gehauene Statuen vorfände,
würde man bestimmt zu dem Schluss kommen, dass
solch eine Ordnung nicht durch Naturgesetze wegerklärt
werden kann. Die einzige rationale Erklärung dafür
ist, dass "ein bewusster Intellekt" diese Dinge
zustande gebracht haben muss.
Die Ordnung in diesem Universum ist daher der
schlagendste Beweis für die Existenz einer bewussten
übergeordneten Intelligenz. Der deutsche Physiker
und Nobelpreisträger Max Planck erklärt die Ordnung
im Universum folgendermaßen:
Wir können zusammenfassend sagen, dass, entsprechend
allem, was die positiven Wissenschaften uns
über den immensen Bereich der Natur lehren,
in dem unser kleiner Planet nur eine unbedeutende
Rolle spielt, in allen Ereignissen, eine bestimmte
Ordnung vorherrscht - eine, die vom menschlichen
Geist unabhängig ist. Doch, soweit wir in der
Lage sind, dies mit unseren Sinnen zu bestätigen,
kann diese Ordnung im Sinn einer zweckdienlichen
Aktivität formuliert werden. Es liegt
Beweis einer intelligenten Ordnung des Universums
vor. 2
Paul Davies erklärt den Triumph dieses wunderbaren
Gleich-gewichts und dieser Harmonie über den Materialismus
folgendermaßen:

DER
PHYSIKER UND NOBELPREISTRÄGER MAX PLANCK:
"Im Universum herrscht eine bestimmte
Ordnung vor. Diese Ordnung kann im Sinn
einer zweckdienlichen Aktivität formuliert
werden." |
Wohin wir unseren Blick auch richten im Universum,
von den weit verstreuten Galaxien bis zu den tiefsten
Ebenen des Atoms, treffen wir auf Ordnung... Im
Mittelpunkt der Idee eines sehr spezialisierten,
geordneten Universums steht das Konzept der Information.
Ein höchst strukturiertes System zu beschreiben,
das eine große Menge von organisierter Aktivität
aufweist, erfordert eine Menge von Information.
Daher kann man auch sagen, dass es sehr viel Information
enthält.
Das wiederum stellt uns vor eine wichtige Frage.
Wenn Information und Ordnung mit einer natürlichen
Neigung behaftet sind, sich aufzulösen, woher
kam dann ursprünglich all die Information, welche
die Welt zu solch einem speziellen Ort macht?
Das Universum ist wie ein Uhrwerk, das langsam
abläuft. Wie wurde es dann erstmals
aufgezogen? 3
Einstein bezieht sich auf diese Ordnung als ein
unerwartetes Ereignis, und sagt auch, dass es
als ein Wunder angesehen werden sollte:
A priori sollte man erwarten, dass sich die
Welt nur in dem Ausmaß gesetzmäßig verhalten
würde in dem wir mit unserer ordnenden Intelligenz
eingreifen... Stattdessen jedoch finden wir
in der objektiven Welt einen hohen Grad von
Ordnung, die wir von vornherein in keiner Weise
berechtigt sind zu erwarten. Das ist das 'Wunder',
das sich mehr und mehr bestätigt mit der Weiterentwicklung
unseres Wissens. 4
Kurz gesagt, die Ordnung im Universum setzt
ein tiefes und ausgedehntes Verständnis und
Wissen voraus. Es ist von Allah geplant und
organisiert, und wird durch Ihn erhalten.
Allah offenbart im Quran, wie die Himmel und
die Erde durch seine Allmacht erhalten werden:
Gewiss erfasst Allah die Himmel
und die Erde, damit sie nicht entweichen. Und
würden sie entweichen, so gäbe es niemanden außer
Ihm, der sie halten könnte. Gewiss ist Er voller
Güte und stets bereit zu vergeben (Sure 35:41
- al-Fatir)
Die göttliche Ordnung in diesem Universum entblößt
die Lächerlichkeit des materialistischen "Glaubens"
an ein Universum, das eine Masse von unkontrollierter
Materie ist. Dies ist auch in einem anderen Vers
offenbart:
Und hätte sich die Realität nach
ihren Begierden gerichtet, so wären gewiss die
Himmel und die Erde und alle die sie enthalten,
der Korruption und dem Chaos anheimgefallen… (Sure
23:71 - al-Mu'minun)
| ANMERKUNGEN |
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1 Jeremy Rifkin, Entropy:
A New World View, New York, Viking Press,
1980, S. 6
2 Max Planck, Mai 1937 Vortrag, zitiert
in A. Barth, The Creation (1968), S. 144.
3 Paul Davies, The Accidental Universe,
(1982) Cambridge: Cambridge University Press.
Vorwort
4 Albert Einstein, Letters to Maurice Solovine,
1956, S. 114 f. |
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