EIN KLEINERES
ALCHEMIE LABORATORIUM: DIE SONNE
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Die obig beschriebene Umwandlung
von der Helium in Kohlenstoff ist die Alchemie
der Rote Riesen. In kleineren Sternen, wie unserer
Sonne, findet eine einfachere Art von Alchemie
statt. Die Sonne verwandelt Wasserstoff in Helium,
und diese Reaktion ist ihre Energiequelle.
Diese Reaktion ist in keiner Weise von geringerer
Bedeutung für unsere Existenz, als die Reaktionen
in den Roten Riesen es sind. Überdies ist die
Kernreaktion der Sonne auch ein geplanter Vorgang,
genauso wie der in den Roten Riesen.
Wasserstoff, das Grundelement für diese Reaktion,
ist das einfachste Element im Universum, denn
sein Atomkern besteht nur aus einem einzigen Proton.
In einem Heliumatomkern, gibt es zwei Protonen
und zwei Neutronen. Der Vorgang, der in der Sonne
stattfindet, ist die Verschmelzung von vier Wasserstoffatomen
in ein Heliumatom.
Während dieses Prozesses wird eine enorme Menge
von Energie freigesetzt. Fast die gesamte Wärme-
und Lichtenergie, die die Erde erreicht, ist das
Ergebnis dieser solaren Kernreaktion.
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Die
Sonne ist ein riesiges Atomkraftwerk,
in dem ständig Wasserstoffatome in Helium
umgewandelt werden, wobei große Mengen
an Wärmeenergie freigesetzt werden. Was
jedoch ausschlaggebend bei diesem Prozess
ist, ist die unglaubliche Präzision, mit
welcher diese Reaktionen im Innern der
Sonne gegeneinander abgewägt sind. Die
kleinste Veränderung im Verhältnis der
Kräfte, die diese Reaktionen bewirken,
würde entweder ein totales Versagen, oder
eine katastrophale, unaufhaltbare Explosion
zur Folge haben. |
Wie bei den Reaktionen, die in den Roten Riesen
stattfinden, zeigt es sich, dass auch diese solare
Kernreaktion eine Anzahl von Aspekten einschließt,
die in keiner Weise erwartet werden können, doch
ohne welche sie nicht stattfinden könnte. Man
kann nicht einfach vier Wasserstoffatome zusammenbringen
und dabei in Helium verwandeln. Um dies zu verwirklichen
ist ein zweistufiger Prozess erforderlich, entsprechend
dem, der in den Roten Riesen stattfindet. Im ersten
Schritt werden zwei Wasserstoffatome kombiniert,
um einen Übergangskern zu bilden,
der Deuteron genannt wird, und
aus einem Proton und einem Neutron besteht.
Welche Kraft könnte groß genug sein, um ein Deuteron
durch Zusammendrängen zweier Atomkerne zu erzeugen?
Diese Kraft ist die "Starke Kernkraft", eine der,
im vorigen Kapitel erwähnten vier, im Universum
vorhandenen fundamentalen Naturkräfte. Sie ist
die stärkste physikalische Kraft im Universum,
und ist Billionen von billionenmal stärker als
die Gravitationskraft. Keine andere als diese
Kraft könnte zwei Atomkerne auf diese Weise vereinigen.
Die erstaunliche Sache bei all dem ist, dass,
wie die Forschung zeigt, die Starke Kernkraft,
trotz ihrer gewaltigen Stärke, nur gerade stark
genug ist, das zu verrichten, was sie tut. Wenn
sie nur geringfügig schwächer wäre, als sie ist,
wäre sie nicht fähig die beiden Atomkerne zu vereinigen.
Stattdessen würden sich die beiden Protonen bei
Annäherung sofort gegenseitig abstoßen, und die
Reaktion in der Sonne würde unmittelbar im Keim
erstickt werden, bevor sie je beginnen könnte.
In anderen Worten, die Sonne würde nicht als ein
energiespendender Stern existieren. Diesbezüglich
erklärte George Greenstein folgendes: "Wäre
die Starke Kernkraft nur geringfügig schwächer
gewesen, so wäre das Licht der Welt niemals entzündet
worden." 1
Was wäre andererseits geschehen, wenn die Starke
Kernkraft stärker gewesen wäre? Um diese Frage
zu beantworten, müssen wir zuerst den Vorgang
in etwas mehr Einzelheiten betrachten, durch den
zwei Wasserstoffatome in ein Deuteron umgewandelt
werden. Zuerst wird eines der beiden Protonen
seiner elektrische Ladung entledigt und wird zu
einem Neutron. Dieses Neutron bildet ein Deuteron,
indem es sich mit einem Proton vereint. Die Kraft,
die diese Vereinigung bewerkstelligt, ist die
"Starke Kernkraft"; die Kraft, die andererseits
ein Proton in ein Neutron verwandelt, ist eine
andere, und wird die "Schwache Kernkraft" genannt.
Schwach ist sie jedoch nur vergleichsweise und
es dauert etwa zehn Minuten um diese Umwandlung
zu bewirken. Auf atomarer Ebene ist dies eine
äußerst lange Zeitspanne, und sie bewirkt die
Verzögerung der Rate mit welcher die Reaktion
in der Sonne stattfindet.
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Atomkernedes Wasserstoffs
mit je einem Proton |
Atomkern des Heliums mit zwei Protonen
und zwei Neutronen |
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DIE
AUSSCHLAGGEBENDE REAKTION IM INNERN DER
SONNE
1) Oben: Vier Wasserstoffatome
schließen sich zusammen um ein einziges
Heliumatom zu bilden.
2) Unten: Dieser Prozess
findet in zwei Phasen statt. Zuerst verschmelzen
zwei Wasserstoffatome und bilden ein Deuteron.
Diese Umwandlung findet langsam statt,
und ist es, was die Sonne in stetigem
Brand hält.
3) Gegenüberliegende
Seite: Falls die Starke Kernkraft nur
um ein geringes stärker wäre, würde sich
ein Diproton anstatt eines Deuterons bilden.
Solch eine Reaktion könnte jedoch nicht
auf die Dauer aufrechterhalten werden,
was in wenigen Sekunden eine katastrophale,
unaufhaltbare Explosion zur Folge hätte.
Deuteronkern mit einem
Proton und einem Neutron
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Wasserstoffkerne mit je einem Proton
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Diprotonkern mit
zwei Protonen |
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Wasserstoffkerne
mit je einem Proton |
Deuteronkern mit
einem Proton und einem Neutron
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Wir wollen nun zu unserer Frage zurückkehren:
Was würde geschehen, wenn die Starke Kernkraft
stärker wäre? Die Antwort ist, dass die Reaktion
in die Sonne sich drastisch verändern würde, weil
die Schwache Kernkraft von der Reaktion eliminiert
werden würde.
Wenn die Starke Kernkraft stärker wäre, als sie
ist, wäre sie in der Lage, zwei Protonen unmittelbar
mit einander zu verschmelzen, ohne erst zehn Minuten
darauf warten zu müssen, dass ein Proton in ein
Neutron umgewandelt wird. Das Ergebnis dieser
Reaktion wäre ein Atomkern mit zwei Protonen anstelle
eines Deuterons. Wissenschaftler nennen solch
einen Atomkern ein "Diproton". Es ist jedoch ein
theoretisches Teilchen, da ein natürliches Vorkommen
desselben niemals beobachtet wurde. Wenn jedoch
die Starke Kernkraft viel stärker wäre, als sie
ist, dann gäbe es tatsächliche Diprotonen in der
Sonne. Was würde das bedeuten? Wenn wir uns der
Proton-Neutron-Umwandlung entledigten, würden
wir die "Drossel" eliminieren, die den "Motor"
der Sonne so langsam laufen lässt wie sie es tut.
George Greenstein erklärt, was das Ergebnis davon
wäre:
Die Sonne würde sich verändern, weil die erste
Stufe in der Bildung des Heliums nicht mehr
die Bildung des Deuterons wäre. Es wäre die
Bildung des Diproton. Und diese Reaktion würde
die Umwandlung des Protons in ein Neutron überhaupt
nicht beinhalten. Die Rolle der Schwachen Kernkraft
wäre eliminiert, und es wäre nur die Starke
Kernkraft beteiligt…und das Ergebnis wäre, dass
der Brennstoff der Sonne in der Tat plötzlich
sehr effektiv würde. Er würde so potent werden,
so gewaltig in seiner Reaktion, dass die Sonne
und jeder ähnliche andere Stern auf der Stelle
explodieren würden. 2
Die Explosion der Sonne würde bewirken, dass
die Welt und alles auf ihr in Flammen aufgehen
würde und unser blauer Planet sich in einigen
Sekunden in eine Brandkruste verwandelt würde.
Weil die Starke Kernkraft genau abgestimmt ist
- weder zu stark, noch zu schwach - ist die Kernreaktion
der Sonne soweit verzögert, dass der Stern in
der Lage war, Milliarden von Jahren Licht und
Energie auszustrahlen. Diese genaue "Feineinstellung"
ist es, was der Menschheit das Leben ermöglicht.
Wenn es in dieser Anordnung auch nur eine geringfügige
Abweichung gäbe, würden die Sterne (einschließlich
unserer Sonne) nicht existieren, oder, falls es
sie gäbe, würden sie in kurzer Zeit explodieren.
In anderen Worten, die Struktur der die Sonne
ist weder zufällig noch unwillkürlich. Ganz im
Gegenteil: Allah hat die Sonne erschaffen, damit
die Menschen leben können, wie es im folgenden
Vers ausgedrückt ist:
Die Sonne und der Mond folgen
einem festgesetzten Maß. (Sure 55:5 - ar-Rahman)
| ANMERKUNGEN |
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1 George Greenstein, The
Symbiotic Universe, S. 100
2 George Greenstein, The Symbiotic Universe,
S. 100 |
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