Bisher haben wir uns mit
den Kräften befasst, die einen Einfluss auf den
Atomkern haben. Es gibt noch einen weiteren bedeutenden
Gleichgewichtszustand im Atom, den wir berücksichtigen
müssen - das Gleichgewicht zwischen seinem Kern
und den Elektronen.
Einfach ausgedrückt, die Elektronen umkreisen
den Atomkern. Der Grund dafür ist eine elektrische
Ladung. Elektronen sind negativ geladen und Protonen
positiv. Gegensätzliche Ladungen ziehen sich gegenseitig
an, und so werden die Elektronen des Atoms vom
Atomkern angezogen. Doch die Elektronen bewegen
sich auch mit einer enormen Geschwindigkeit, welche
sie unter normalen Bedingungen vom Atomkern wegschleudern
würde. Diese beiden Kräfte (Anziehung und Wegbewegung)
sind so ausbalanciert, dass die Elektronen sich
kreisförmig um den Atomkern bewegen.
Sowohl Masse als auch
Volumen eines Protons sind unvergleichlich
größer als die eines Elektrons, doch sonderbarerweise
haben diese beiden Teilchen zwar entgegengesetzte,
doch gleich starke elektrische Ladungen.
Aus diesem Grund sind Atome elektrisch neutral. |
Atome sind auch im Gleichgewicht in Bezug auf ihre
elektrischen Ladungen; die Anzahl der umkreisenden
Elektronen ist die gleiche wie die der Protonen
im Atomkern. (Sauerstoff z.B., hat acht Protonen
und acht Elektronen.) Auf diese Weise ist die elektrische
Energie des Atoms ausgeglichen und es ist elektrisch
neutral. All das ist chemisches Grundwissen.
Es gibt hier jedoch einen Punkt in diesem scheinbar
einfachen Aufbau, der von vielen übersehen wird.
Ein Protonen ist viel größer als ein Elektron,
sowohl in Bezug auf Größe als auch auf Gewicht.
Wenn ein Elektron die Größe einer Haselnuss hätte,
wäre ein Proton entsprechend so groß wie ein Mensch.
Gestaltsmäßig sind sie sehr ungleich.
Doch ihre jeweilige elektrische Ladung ist quantitativ
gleich!
Obwohl sie gegensätzlich elektrisch geladen sind
(negative Elektronen, positive Protonen), sind
die Ladungen gleich groß. Es gibt keinen selbstverständlichen
Grund, warum das so sein sollte. Man sollte meinen
(und das wäre "logisch"), dass ein Elektron eine
viel kleinere Ladung tragen würde, da es ja so
viel kleiner ist.
Was würde jedoch passieren, wenn dem so wäre?
Das Ergebnis wäre, dass jedes Atom im Universum
positiv geladen wäre, anstatt elektrisch neutral
zu sein. Und da gleiche Ladungen sich gegenseitig
abstoßen, würde jedes Atom im Universum versuchen
jede andere abzustoßen. Materie, wie wir sie kennen,
könnte nicht existieren.
Was würde passieren, wenn dies plötzlich zuträfe?
Was würde passieren, wenn jedes Atom anfinge,
jedes andere abzustoßen?
Es würden sich ganz außergewöhnliche Dinge abspielen.
Wir wollen damit beginnen, welche Veränderungen
in unserem Körper auftreten würden. In dem Augenblick,
in dem diese Veränderungen einträte, würden sich
die Hand und die Arme, mit denen Sie dieses Buch
halten mit einem Mal zerschmettern und verstreuen.
Und nicht nur Ihre Hand und Arme, sondern der
ganze Körper, Ihre Beine, Ihre Augen, Ihre Zähne
- jeder Teil Ihres Körpers würde im Bruchteil
einer Sekunde explodieren.
Der Raum in dem Sie sitzen und die ganze Welt,
die Sie umgibt, würden in einem Augenblick explodieren.
All die Meere und Berge, die Planeten des Sonnensystems
und all die Sterne und Galaxien im Universum würden
in atomarem Staub zerstieben und es gäbe niemals
wieder irgend etwas zu beobachten im Universum.
Der Kosmos würde eine Masse von ungeordneten Atomen
werden, die sich gegeneinander umherstießen.
Um wie vieles müsste sich die Größe der elektrischen
Ladungen der Protonen und Elektronen von ihren
tatsächlichen Werten unterscheiden, um diese schrecklichen
Dinge zu verursachen? Ein Prozent? Ein Zehntel
Prozent? George Greenstein behandelt diese Frage
in seinem Buch The Symbiotic Universe [Das symbiotische
Universum]:
Kleine Dinge, wie Steine, Menschen und dergleichen
würden auseinander fliegen, wenn diese beiden
Ladungen auch nur um so wenig, wie ein hundert
Milliardstel (10-11) von
ihren jeweiligen Werten abweichen würden. Größere
Strukturen, wie etwa die Erde und die Sonne
erfordern für ihr Bestehen ein noch weitaus
vollständigeres Gleichgewicht, nämlich eine
Genauigkeit von einem Trillionstel (10-18).1
Hier ist noch ein weiteres fein abgestimmtes
Gleichgewicht, das beweist, dass das Universum
willkürlich geplant und für ein bestimmten Zweck
erschaffen worden war. Wie John D. Barrow und
Frank J. Tipler in ihrem Buch The Anthropic Cosmological
Principle [Das anthropische Prinzip im Kosmos]
betonen, "es ist, ein großartiges
Design im Universum vorhanden, das die Entwicklung
von intelligentem Leben fördert." 2
Selbstverständlich beweist jedes Design das Vorhandensein
eines bewussten "Designers". Dieser ist einzig
und allein Allah, "der Herr aller Welten", der,
wie im Quran beschrieben, ausschließlich die Macht
hat, das Universum aus dem Nichts erschaffen,
und so geplant und gestaltet zu haben, wie es
Ihm beliebte. Der Quran erklärt: "...der
Himmel, den Er erbaute, und Er erhöhte sein Gewölbe
und vollendete ihn." (Sure 79:27,28 - an-Nazi'at)
Aufgrund der außergewöhnlichen Gleichgewichtszustände,
die wir in diesem Kapitel erörtert haben, ist
die Materie in einem stabilen Zustand gehalten,
und diese Stabilität ist ein Beweis der Vollkommenheit
der Schöpfung Allahs, wie es im Quran offenbart
wurde:
Und unter Seinen Zeichen ist
es, dass Himmel und Erde auf Sein Geheiß hin stabil
errichtet stehen... (Sure 30:25 - ar-Rum)
| ANMERKUNGEN |
 |
1 George Greenstein, The
Symbiotic Universe, S. 64 f.
2 W. Press, "A Place for Teleology?",
Nature, Bd. 320, 1986, S. 315 |
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