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Die Bedeutung der sich nach unten entwickelnden
Oberflächen-Eisbildung
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Im Gegensatz zu allen anderen Flüssigkeiten
dehnt sich Wasser aus, wenn es gefriert.
Aus diesem Grund schwimmt das Eis an der
Wasseroberfläche.
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Bei anderen Flüssigkeiten beginnt das Gefrieren,
bzw. die Erstarrung am Grund und entwickelt sich
nach oben weiter; Wasser gefriert an der Oberfläche
und die Eisbildung entwickelt sich nach unten
weiter. Das ist die erste der oben erwähnten fünf
ungewöhnlichen Eigenschaften, und sie ist von
vitaler Wichtigkeit für alles aquatische Leben
auf der Erde. Wenn das Wasser diese Eigenschaft
nicht besäße, d.h. wenn das Eis nicht an der Wasseroberfläche
schwimmen würde, wäre ein Großteil des Wassers
auf der Erde völlig gefroren, und in den Meeren,
Seen, Teichen und Flüssen wäre kein Leben möglich.
Wir wollen diesen Punkt etwas näher ergründen.
An vielen Orten der Erde sinkt die Temperatur
im Winter bis unter 00C, oft beträchtlich tiefer.
Solch eine Kälte beeinflusst natürlich auch das
Wasser in den Meeren, Seen usw. Diese Wasserspeicher
werden kälter und kälter und Teile von ihnen beginnen
zu gefrieren. Falls sich das Eis nicht so verhalten
würde wie es das tut, d.h. an der Wasseroberfläche
zu schwimmen, würde es zu Boden sinken und die
wärmeren Teile des Wassers würden aufsteigen und
wären der Luft an der Oberfläche ausgesetzt, deren
Temperatur unterhalb des Gefrierpunkts liegt,
was auch dieses Wasser gefrieren und zum Grund
sinken ließe. Dieser Vorgang würde sich fortsetzen
bis kein flüssiges Wasser mehr übrig bliebe. Statt
dessen jedoch spielt sich folgendes ab: Während
das Wasser abkühlt wird es ständig 'schwerer'
bis es eine Temperatur von 4°C erreicht. An diesem
Punkt ändert sich dann alles auf ein Mal. Mit
weiterem Abfall der Temperatur beginnt das Wasser
nun sich auszudehnen und wird leichter. Als Ergebnis
davon bildet sich eine Wasserschicht von 4°C am
Grund, darauf folgt eine Schicht von 3°C, darüber
eine von 2°C, usw. Wenn die Temperatur an der
Wasseroberfläche auf 0°C oder darunter abfällt
gefriert das Wasser, doch tut es das nur an der
Oberfläche. Die Wasserschicht von 4°C, die unter
dem Eis liegt, bleibt flüssig und genügt, um das
Überleben der Fische und anderen Wasserlebewesen
und Pflanzen zu gewährleisten.
An dieser Stelle sei auch bemerkt, dass die fünfte
außergewöhnliche Eigenschaft des Wassers - die
geringe Wärmeleitfähigkeit des Eises und Schnees
- in diesem Prozess eine
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Aufgrund der Eigenschaft des Wassers,
dass sich der Gefrierungsprozess von der
obersten Schicht nach unten fortentwickelt,
bleiben die Meere der Welt immer flüssig,
trotz der Eisschichten, die sich an der
Oberfläche bilden mögen. Wenn das Wasser
diese 'außergewöhnliche' Eigenschaft nicht
besäße, wären fast alle Meere zu einem
Großteil gefroren, und das Leben im Meer
wäre dann unmöglich.
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sehr entscheidende Funktion erfüllt: Weil Eis
und Schnee solch schlechte Wärmeleiter sind, verhindern
die Schnee- und Eisschichten, dass die Wärme des
darunterliegenden Wassers in die Atmosphäre entweicht.
In Folge davon wird die Eisschicht auf dem Meer,
selbst wenn die Temperatur bis auf - 50°C sinkt
nie dicker als ein oder zwei Meter, wobei sie
immer viele Brüche hat und dadurch Tieren, wie
Robben, Pinguinen und anderen Bewohnern der Polargegen-den
der Zugang zu dem, unter dem Eis liegenden Wasser
offen hält.
Wir wollen wiederum analysieren, was geschehen
würde, wenn sich das Wasser nicht so, sondern
anstatt dessen 'normal' verhielte. Angenommen,
die Dichte des Wassers würde sich, wie bei allen
anderen Flüssigkeiten, mit absinkender Temperatur
erhöhen, und das Eis würde zum Boden sinken? Was
wären die Konsequenzen?
In diesem Fall würde der Gefrierungsprozess in
den Meeren und Seen am Grund beginnen und sich
nach oben hin weiterentwickeln, weil es an der
Oberfläche keine Eisschicht gäbe, um die verbleibende
Wärme zurückzuhalten. In anderen Worten, ein großer
Teil der Seen, Meeren und Ozeanen auf der Erde
würde zu riesigen Eismassen werden, möglicherweise
mit einer seichten Wasserschicht von einigen Metern
Tiefe darüber. Selbst wenn die Lufttemperatur
anstieg, würde das Eis am Grund niemals vollständig
schmelzen. In den Gewässern solch einer Welt könnte
Leben nicht existieren und in einem ökologischen
System, mit toten Gewässern könnte auch kein Leben
auf dem Festland existieren. In anderen Worten,
wenn das Wasser sich nicht 'gesetzwidrig', und
stattdessen 'normal' verhalten würde, wäre unser
Planet eine tote Welt.
Warum sich das Wasser nicht 'normal' verhält und
sich bei 4°C plötzlich wieder auszudehnen beginnt,
nachdem es sich bei abfallender Temperatur bis
zu diesem Punkt ordnungsgemäß zusammenzieht, ist
eine Frage, die bisher niemand beantworten konnte.
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