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Die hohe Oberflächenspannung
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Die Pflanzen sind so entworfen,
dass sie die hohe Oberflächenspannung
des Wassers ausnützen können, mithilfe
derer das Wasser befähigt ist viele Meter
hoch zu 'klettern', so dass es selbst
die Blätter der höchsten Baumwipfel erreicht.
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Bis jetzt betrachteten wir ausschließlich die
thermalen Eigenschaften des Wassers, d.h. diejenigen
seiner Eigenschaften, die sich auf Temperatur
beziehen. Aber das Wasser hat noch andere physikalische
Eigenschaften, die, wie sich herausstellt, dem
Leben auch außergewöhnlich zweckdienlich sind.
Eine dieser Eigenschaften ist die sehr hohe Oberflächenspannung
des Wassers. Die Oberflächenspannung wird als
das 'hautähnliche' Verhalten der freien Oberfläche
einer Flüssigkeit definiert. Dieses wird durch
die gegenseitige Anziehung der Moleküle an der
Flüssigkeitsober-fläche verursacht.
Beispiele der Oberflächenspannung lassen sich
am deutlichsten am Wasser beobachten; in der Tat,
die Oberflächenspannung des Wassers ist so groß,
dass sie zu einigen merkwürdigen physikalischen
Erscheinungen führt. Zum Beispiel kann ein Gefäß,
ohne überzufließen eine Wassermenge mit einem
Volumen halten, das ein wenig größer als das Innenvolumen
des Gefäßes selbst ist, oder es ist z.B. möglich
eine Metallnadel sehr vorsichtig waagrecht auf
eine unbewegte Wasseroberfläche zu placieren,
so dass sie nicht sinkt, sondern 'schwimmt'.
Die Oberflächenspannung des Wassers ist
größer als die aller anderen bekannten Flüssigkeiten.
Einige der sich daraus ergebenden, biologischen
Konsequenzen sind sehr ausschlaggebend, und das
kommt besonders deutlich in den Pflanzen zur Geltung.
Haben Sie sich jemals gewundert, wie die Pflanzen
das Wasser ohne Pumpen, Muskeln oder ähnlichen
Hilfsmitteln aus der Tiefe des Bodens viele Meter
nach oben befördern? Die Lösung dieses Rätsels
liegt in der Oberflächenspannung. Die Adern in
den Wurzeln und Stämmen der Pflanzen sind derartig
gestaltet, dass sie sich die Oberflächenspannung
zunutze machen. Diese Kanäle verjüngen sich, je
höher sie wachsen und verursachen damit, dass
das Wasser buchstäblich selbst nach oben 'klettert'.
Was dieses ausgezeichnete Design ermöglicht,
ist die hohe Oberflächenspannung des Wassers.
Wenn dieselbe so niedrig wäre, wie die, der meisten
anderen Flüssigkeiten, wäre es für hochwachsende
Pflanzen, wie Bäume physiologisch unmöglich, auf
trockenem Land zu leben.
Ein anderer wichtiger Prozess, der durch die hohe
Oberflächen-spannung des Wassers ermöglicht wird,
ist die Zerbröckelung von Felsgestein. Wegen seiner
hohen Oberflächenspannung kann das Wasser durch
die feinsten Sprünge in den Felsen in tief liegende
Lücken im Gestein eindringen, wo es später gefriert
wenn die Temperatur unter Null sinkt. Da das Wasser,
wie bereits erwähnt, die ungewöhnliche Eigenschaft
besitzt, sich auszudehnen, wenn es gefriert, übt
es diesen Expansions-druck im Inneren der Felsen
aus, was diese schließlich aufspaltet. Dieser
Prozess ist von lebenswichtiger Bedeutung für
die Freisetzung der, im Gestein gebundenen Mineralien,
und trägt zudem zur Bodenbildung bei.
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