Die ideale Viskosität des
Wassers Wenn wir dem Begriff Flüssigkeit
begegnen, stellen wir uns normalerweise eine dünnflüssige
Substanz vor. Tatsächlich haben jedoch verschiedene
Flüssigkeiten sehr unterschiedliche Grade an Zähigkeit,
die man Viskosität nennt. Die Unterschiede in der
Viskosität von Teer, Glyzerin, Olivenöl und Schwefelsäure
z.B., sind sehr beträchtlich und wenn man diese
Flüssigkeiten mit Wasser vergleicht, zeichnen sie
sich noch deutlicher ab. Wasser ist 10-Milliarden
Mal flüssiger als Teer, tausendmal flüssiger als
Glyzerin, hundert mal flüssiger als Olivenöl und
25-mal flüssiger als Schwefelsäure. Das Wasser
hat, wie aus diesem kurzen Vergleich hervorgeht,
einen sehr geringen Grad an Zähflüssigkeit. Wenn
man von einigen wenigen leichtflüchtigen Substanzen,
wie Äther und flüssigem Wasserstoff, (deren normaler
Aggregatzustand gasförmig ist) absieht, kann man
sagen, dass nur die Gase eine geringere Viskosität
als das Wassers zu haben scheinen.
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| Die
niedrige Viskosität des Wassers ist für
alle Lebewesen, selbst die Pflanzen, von
größter Bedeutung. Die feinen Venen, die
in dem links abgebildeten Blatt sichtbar
sind, können das Wasser nur deshalb befördern,
weil es so dünnflüssig ist.Die niedrige
Viskosität des Wassers ist von lebenswichtiger
Bedeutung für uns. Wenn sie nur ein wenig
höher wäre, wäre der Transport des Blutes
in den Kapillaren nicht möglich. Das komplizierte
Blutgefäßnetz der hier (links) abgebildeten
Leber wäre z.B. nie zustande gekommen. |
Welche Bedeutung hat die geringere Viskosität
des Wasser für uns? Welche Folgen hätte es für
uns, wenn diese lebenswichtige Flüssigkeit etwas
mehr oder weniger zähflüssig wäre? Michael Denton
beantwortet diese Frage folgendermaßen:
Die Zweckdienlichkeit des Wassers wäre aller
Wahrscheinlichkeit nach weitgehend beeinträchtigt,
wenn seine Viskosität geringer wäre. Die Strukturen
der lebenden Organismen wären unter entgegengesetzt
wirkenden Kräften weitaus heftigeren Bewegungen
ausgesetzt, wenn seine Viskosität z.B. so gering,
wie die des flüssigen Wasserstoffs wäre...Wenn
die Viskosität des Wassers beträchtlich geringer
wäre, würden leicht Funktionsstörungen in empfindlichen
Strukturen auftreten...und das Wasser wäre nicht
in der Lage, irgendwelche komplexen mikroskopischen
Strukturen zu unterhalten. Die empfindliche molekulare
Architektur der Zelle könnte aller Wahrscheinlichkeit
nach nicht überleben.
Wenn andererseits die Viskosität des Wassers
etwas stärker wäre, wäre die gesteuerte Bewegung
von großen Makromolekülen (Proteine, Enzyme,
Hormone) und insbesondere von Strukturen, wie
Mitochondrien und kleinen Organellen unmöglich,
und ebenso Prozesse, wie die Zellteilung. Alle
lebenswichtigen Aktivitäten der Zelle würden
praktisch erstarren und jegliches Leben der
Zelle, auch nur entfernt dem ähnlich, was wir
kennen, wäre unmöglich. Die Entwicklung höherer
Organismen, die in entscheidender Weise von
der Beweglichkeit der Zellen während der Embryoentwicklung
abhängt, wäre sicherlich nicht möglich, wenn
die Zähflüssigkeit des Wassers auch nur ein
wenig größer wäre als sie es ist. 1
Die niedrige Viskosität des Wassers ist nicht
nur für die interne und äußerliche Zellbewegung
von Bedeutung, sondern ebenso sehr für das Kreislaufsystem.
Alle Lebewesen, deren Körpergröße einen Viertelmillimeter
übersteigt, besitzen ein zentrales Kreislaufsystem.
Der Grund dafür ist, dass bei größeren Ausmaßen
eine Diffusion von Nahrung und Sauerstoff über
den ganzen Organismus unmöglich ist, d.h. sie
können nicht mehr direkt in die Zelle aufgenommen,
noch können ihre Nebenprodukte direkt abgegeben
werden. Im Körper eines Organismus befinden sich
zahlreiche Zellen, und daher ist es erforderlich,
dass die vom Körper aufgenommene Nahrung und Luft
an die Zellen verteilt, d.h. durch irgendwelche
'Kanäle' zu ihnen 'gepumpt' werden. Desgleichen
werden andere 'Kanäle' benötigt, um die Abfallstoffe
abzuleiten. Diese Kanäle sind die Arterien und
Venen des Kreislaufsystems. Das Herz ist die Pumpe,
die das System in Bewegung hält, während die Flüssigkeit,
die in den Blutgefäßen fließt, das ist, was wir
als Blut kennen, welches hauptsächlich aus Wasser
besteht. (95 % des Blutplasmas - der Flüssigkeit,
die übrig bleibt, wenn man die Blutkörperchen,
Blutzellen, Proteine und Hormone usw. entfernt
- ist Wasser.)
Aus diesem Grund ist die Viskosität des Wassers
sehr wichtig für ein effektives Funktionieren
des Kreislaufs. Wenn Wasser z.B. so zähflüssig,
wie Teer wäre, könnte es niemals von einem organischen
Herzen gepumpt werden. Selbst wenn das Wasser
nur die Viskosität von Olivenöl hätte, die 100-Millionen
Mal geringer, als die des Teers ist, könnte das
Herz es vielleicht sogar pumpen, doch nur unter
den größten Schwierigkeiten, und das Blut wäre
niemals in der Lage all die Milliarden von Kapillaren
zu erreichen, die den ganzen Körper durchziehen.
Wir wollen uns diese Kapillaren etwas näher betrachten.
Ihr Zweck ist es, den Transport von Sauerstoff,
Nahrung, Hormonen usw., die lebensnotwendig für
jede Zelle im Körper sind, zu gewährleisten. Wenn
eine Zelle weiter als 50 Mikron (Ein Mikron ist
ein Tausendstel Millimeter) von der nächsten Kapillare
entfernt ist, kann sie sich die 'Dienstleistungen'
derselben nicht zunutze machen. Zellen, deren
Abstand zur nächsten Kapillare größer als 50 Mikron
ist, müssen verhungern bzw. ersticken.
Aus diesem Grund ist der menschliche Körper dermaßen
gestaltet, dass die Kapillaren ihn wie ein Netz
vollkommen durchziehen. Ein durchschnittlicher
menschlicher Körper hat etwa 5 Milliarden Kapillaren,
deren gesamte Länge ungefähr 950 km beträgt. Bei
manchen Säugetieren befinden sich bis zu 3000
offene Kapillaren auf einer Querschnittsfläche
von nur einem Quadratzentimeter des Muskelgewebes.
Wenn man zehntausend der feinsten Kapillaren zusammenbündeln
würde, so wäre der Strang etwa so dick, wie eine
Bleistiftmine. Der Durchmesser einer Kapillare
liegt zwischen drei und fünf Mikron. Das bedeutet
drei oder fünf Tausendstel eines Millimeters.
Damit das Blut in solch engen Blutgefäßen ohne
sich zu stauen oder zu verlangsamen fließen kann,
muss es natürlich sehr dünnflüssig sein, was es
aufgrund der geringen Viskosität des Wassers auch
ist. Michael Denton ist der Ansicht, dass das
Blutkreislaufsystem nicht funktionsfähig wäre,
wenn die Viskosität des Wassers auch nur ein wenig
größer wäre, als sie es ist:
Ein Kapillarensystem kann nur dann funktionsfähig
sein, wenn die Flüssigkeit, die es durchfließt,
eine sehr geringe Viskosität hat. Eine niedrige
Viskosität ist deshalb erforderlich, weil der
Fluss, d.h. die Beweglichkeit der Flüssigkeit
in umgekehrt proportionalem Verhältnis zu ihrer
Viskosität steht...Von daher ist es einleuchtend,
dass ein enormer Druck erforderlich wäre, um
das Blut durch die Kapillaren zu pumpen, wenn
die Viskosität des Wassers nur um einige male
größer wäre, als sie es ist, und es könnte kaum
irgend ein funktionsfähiges Blutkreislaufsystem
geben...
Wenn die Viskosität des Wassers nur ein wenig
größer gewesen wäre, und der Durchmesser der
kleinsten funktionsfähigen Blutgefäße zehn,
anstatt drei Mikron gewesen wäre, so würden
diese Kapillaren fast den gesamten Raum des
Muskelgewebes einnehmen um eine genügende Versorgung
von Sauerstoff und Glukose beibringen zu können.
Offensichtlich wäre dann die gegebene Körpergestaltung
der größeren Lebewesen nicht möglich oder wäre
zumindest äußerst eingeschränkt...
Es ergibt sich daher, dass die Viskosität des
Wassers, um dieses zu einem geeigneten Medium
für das Leben zu machen, dem sehr nahe sein
muss, was sie tatsächlich ist. 2
In anderen Worten, wie all seine anderen Eigenschaften
ist auch die Viskosität 'maßgeschneidert' für
das Leben. Wenn man die Viskositätswerte verschiedener
Flüssigkeiten betrachtet, so unterscheiden sich
diese viele Milliarden Mal. Unter all diesen Milliarden
Möglichkeiten wurde eine Flüssigkeit geschaffen,
deren Viskosität genau den Wert hat, der erforderlich
ist - das Wasser.
Schlussfolgerung
Alles, was wir vom Anfang dieses Kapitels an
betrachtet haben, zeigt uns, dass die thermalen
-, physikalischen -, chemischen - und Flüssig-keitseigenschaften
des Wassers genau so sind, wie sie sein müssen,
um das Leben zu ermöglichen. Das Wasser ist so
vollkommen auf das Leben abgestimmt, dass es sich
zur Erfüllung dieses Zwecks in einigen Aspekten
selbst im Widerspruch zu den Naturgesetzen verhält.
Das beste Beispiel dafür ist die unerwartete und
unerklärliche Ausdehnung des Wassers, sobald seine
Temperatur unter +40C sinkt. Wenn dies nicht der
Fall wäre, würde das Eis nicht schwimmen, die
Meere würden gefrieren und das Leben wäre unmöglich.
Das Wasser ist zu solch einem Ausmaß 'gerade
recht' für das Leben, dass keine andere Flüssigkeit
ihm vergleichbar ist. Der größte Teil der Oberfläche
dieses Planeten, einer Welt deren andere Eigenschaften
und Gegebenheiten (Klima, Licht, elektromagnetisches
Spektrum, Atmosphäre, Oberfläche usw.) das Leben
begünstigen, ist mit der genau genügenden Wassermenge
bedeckt, die für das Leben erforderlich ist. Es
sollte einleuchtend sein, dass all das nicht zufällig
so sein kann, sondern dass all dem ein bewußt
geplantes Design zugrunde liegen muss.
Anders ausgedrückt, alle physikalischen und chemischen
Eigenschaften des Wasser zeigen, dass es speziell
für das Leben geschaffen wurde. Die Erde, die
zweckdienlich als Lebensraum für die Menschheit
geschaffen wurde, wurde mit diesem Wasser belebt,
das wiederum speziell als die Grundlage des menschlichen
Lebens erschaffen wurde. Mit dem Wasser hat Allah
uns das Leben gegeben, und durch das Wasser lässt
Er alle Arten von Nahrung auf der Erde wachsen.
Von größter Bedeutung dabei ist, dass diese Tatsache,
die nunmehr durch die moderne Wissenschaft betätigt
wurde, im Quran offenbart wurde, der den Menschen
vor 14 Jahrhunderten als Wegweisung gegeben wurde.
Hinsichtlich des Wassers in Bezug auf das menschliche
Leben macht das Wort Allahs folgende Aussage:
Er ist es, der für euch Wasser
vom Himmel hinabsendet, um davon zu trinken,
und davon entsteht Vegetation, an der ihr (euer
Vieh) weiden lasst. Er lässt euch damit das
Getreide wachsen, und den Olivenbaum, die Dattelpalme
und den Rebstock und Früchte aller Art. Darin
ist gewiss ein Zeichen für denkende Menschen.
(Sure 16:10, 11 - an-Nahl)
| ANMERKUNGEN |
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| 1
Michael Denton, Nature's Destiny, S. 33
2 Michael Denton, Nature's Destiny, S.
35 f.
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