DAS DESIGN IM WASSER

Das Design im Wasser
Die Zweckdienlichkeit des Wassers
Die außergewöhnlichen thermalen Eigenschaften des Wassers
Die Bedeutung der sich nach unten entwickelnden Oberflächen-Eisbildung
Abkühlung durch Schwitzen
Eine temperierte Welt
Die hohe Oberflächenspannung
Die chemischen Eigenschaften des Wassers
Die ideale Viskosität des Wassers

"Er ist der Schöpfer von Himmel und Erde..." (Sure 42:11 – asch-Schura)

Die ideale Viskosität des Wassers

Wenn wir dem Begriff Flüssigkeit begegnen, stellen wir uns normalerweise eine dünnflüssige Substanz vor. Tatsächlich haben jedoch verschiedene Flüssigkeiten sehr unterschiedliche Grade an Zähigkeit, die man Viskosität nennt. Die Unterschiede in der Viskosität von Teer, Glyzerin, Olivenöl und Schwefelsäure z.B., sind sehr beträchtlich und wenn man diese Flüssigkeiten mit Wasser vergleicht, zeichnen sie sich noch deutlicher ab. Wasser ist 10-Milliarden Mal flüssiger als Teer, tausendmal flüssiger als Glyzerin, hundert mal flüssiger als Olivenöl und 25-mal flüssiger als Schwefelsäure.

Das Wasser hat, wie aus diesem kurzen Vergleich hervorgeht, einen sehr geringen Grad an Zähflüssigkeit. Wenn man von einigen wenigen leichtflüchtigen Substanzen, wie Äther und flüssigem Wasserstoff, (deren normaler Aggregatzustand gasförmig ist) absieht, kann man sagen, dass nur die Gase eine geringere Viskosität als das Wassers zu haben scheinen.

Die niedrige Viskosität des Wassers ist für alle Lebewesen, selbst die Pflanzen, von größter Bedeutung. Die feinen Venen, die in dem links abgebildeten Blatt sichtbar sind, können das Wasser nur deshalb befördern, weil es so dünnflüssig ist.Die niedrige Viskosität des Wassers ist von lebenswichtiger Bedeutung für uns. Wenn sie nur ein wenig höher wäre, wäre der Transport des Blutes in den Kapillaren nicht möglich. Das komplizierte Blutgefäßnetz der hier (links) abgebildeten Leber wäre z.B. nie zustande gekommen.

Welche Bedeutung hat die geringere Viskosität des Wasser für uns? Welche Folgen hätte es für uns, wenn diese lebenswichtige Flüssigkeit etwas mehr oder weniger zähflüssig wäre? Michael Denton beantwortet diese Frage folgendermaßen:

Die Zweckdienlichkeit des Wassers wäre aller Wahrscheinlichkeit nach weitgehend beeinträchtigt, wenn seine Viskosität geringer wäre. Die Strukturen der lebenden Organismen wären unter entgegengesetzt wirkenden Kräften weitaus heftigeren Bewegungen ausgesetzt, wenn seine Viskosität z.B. so gering, wie die des flüssigen Wasserstoffs wäre...Wenn die Viskosität des Wassers beträchtlich geringer wäre, würden leicht Funktionsstörungen in empfindlichen Strukturen auftreten...und das Wasser wäre nicht in der Lage, irgendwelche komplexen mikroskopischen Strukturen zu unterhalten. Die empfindliche molekulare Architektur der Zelle könnte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überleben.

Wenn andererseits die Viskosität des Wassers etwas stärker wäre, wäre die gesteuerte Bewegung von großen Makromolekülen (Proteine, Enzyme, Hormone) und insbesondere von Strukturen, wie Mitochondrien und kleinen Organellen unmöglich, und ebenso Prozesse, wie die Zellteilung. Alle lebenswichtigen Aktivitäten der Zelle würden praktisch erstarren und jegliches Leben der Zelle, auch nur entfernt dem ähnlich, was wir kennen, wäre unmöglich. Die Entwicklung höherer Organismen, die in entscheidender Weise von der Beweglichkeit der Zellen während der Embryoentwicklung abhängt, wäre sicherlich nicht möglich, wenn die Zähflüssigkeit des Wassers auch nur ein wenig größer wäre als sie es ist. 1

Die niedrige Viskosität des Wassers ist nicht nur für die interne und äußerliche Zellbewegung von Bedeutung, sondern ebenso sehr für das Kreislaufsystem.

Alle Lebewesen, deren Körpergröße einen Viertelmillimeter übersteigt, besitzen ein zentrales Kreislaufsystem. Der Grund dafür ist, dass bei größeren Ausmaßen eine Diffusion von Nahrung und Sauerstoff über den ganzen Organismus unmöglich ist, d.h. sie können nicht mehr direkt in die Zelle aufgenommen, noch können ihre Nebenprodukte direkt abgegeben werden. Im Körper eines Organismus befinden sich zahlreiche Zellen, und daher ist es erforderlich, dass die vom Körper aufgenommene Nahrung und Luft an die Zellen verteilt, d.h. durch irgendwelche 'Kanäle' zu ihnen 'gepumpt' werden. Desgleichen werden andere 'Kanäle' benötigt, um die Abfallstoffe abzuleiten. Diese Kanäle sind die Arterien und Venen des Kreislaufsystems. Das Herz ist die Pumpe, die das System in Bewegung hält, während die Flüssigkeit, die in den Blutgefäßen fließt, das ist, was wir als Blut kennen, welches hauptsächlich aus Wasser besteht. (95 % des Blutplasmas - der Flüssigkeit, die übrig bleibt, wenn man die Blutkörperchen, Blutzellen, Proteine und Hormone usw. entfernt - ist Wasser.)

Aus diesem Grund ist die Viskosität des Wassers sehr wichtig für ein effektives Funktionieren des Kreislaufs. Wenn Wasser z.B. so zähflüssig, wie Teer wäre, könnte es niemals von einem organischen Herzen gepumpt werden. Selbst wenn das Wasser nur die Viskosität von Olivenöl hätte, die 100-Millionen Mal geringer, als die des Teers ist, könnte das Herz es vielleicht sogar pumpen, doch nur unter den größten Schwierigkeiten, und das Blut wäre niemals in der Lage all die Milliarden von Kapillaren zu erreichen, die den ganzen Körper durchziehen.

Wir wollen uns diese Kapillaren etwas näher betrachten. Ihr Zweck ist es, den Transport von Sauerstoff, Nahrung, Hormonen usw., die lebensnotwendig für jede Zelle im Körper sind, zu gewährleisten. Wenn eine Zelle weiter als 50 Mikron (Ein Mikron ist ein Tausendstel Millimeter) von der nächsten Kapillare entfernt ist, kann sie sich die 'Dienstleistungen' derselben nicht zunutze machen. Zellen, deren Abstand zur nächsten Kapillare größer als 50 Mikron ist, müssen verhungern bzw. ersticken.

Aus diesem Grund ist der menschliche Körper dermaßen gestaltet, dass die Kapillaren ihn wie ein Netz vollkommen durchziehen. Ein durchschnittlicher menschlicher Körper hat etwa 5 Milliarden Kapillaren, deren gesamte Länge ungefähr 950 km beträgt. Bei manchen Säugetieren befinden sich bis zu 3000 offene Kapillaren auf einer Querschnittsfläche von nur einem Quadratzentimeter des Muskelgewebes. Wenn man zehntausend der feinsten Kapillaren zusammenbündeln würde, so wäre der Strang etwa so dick, wie eine Bleistiftmine. Der Durchmesser einer Kapillare liegt zwischen drei und fünf Mikron. Das bedeutet drei oder fünf Tausendstel eines Millimeters.

Damit das Blut in solch engen Blutgefäßen ohne sich zu stauen oder zu verlangsamen fließen kann, muss es natürlich sehr dünnflüssig sein, was es aufgrund der geringen Viskosität des Wassers auch ist. Michael Denton ist der Ansicht, dass das Blutkreislaufsystem nicht funktionsfähig wäre, wenn die Viskosität des Wassers auch nur ein wenig größer wäre, als sie es ist:

Ein Kapillarensystem kann nur dann funktionsfähig sein, wenn die Flüssigkeit, die es durchfließt, eine sehr geringe Viskosität hat. Eine niedrige Viskosität ist deshalb erforderlich, weil der Fluss, d.h. die Beweglichkeit der Flüssigkeit in umgekehrt proportionalem Verhältnis zu ihrer Viskosität steht...Von daher ist es einleuchtend, dass ein enormer Druck erforderlich wäre, um das Blut durch die Kapillaren zu pumpen, wenn die Viskosität des Wassers nur um einige male größer wäre, als sie es ist, und es könnte kaum irgend ein funktionsfähiges Blutkreislaufsystem geben...

Wenn die Viskosität des Wassers nur ein wenig größer gewesen wäre, und der Durchmesser der kleinsten funktionsfähigen Blutgefäße zehn, anstatt drei Mikron gewesen wäre, so würden diese Kapillaren fast den gesamten Raum des Muskelgewebes einnehmen um eine genügende Versorgung von Sauerstoff und Glukose beibringen zu können. Offensichtlich wäre dann die gegebene Körpergestaltung der größeren Lebewesen nicht möglich oder wäre zumindest äußerst eingeschränkt...

Es ergibt sich daher, dass die Viskosität des Wassers, um dieses zu einem geeigneten Medium für das Leben zu machen, dem sehr nahe sein muss, was sie tatsächlich ist. 2

In anderen Worten, wie all seine anderen Eigenschaften ist auch die Viskosität 'maßgeschneidert' für das Leben. Wenn man die Viskositätswerte verschiedener Flüssigkeiten betrachtet, so unterscheiden sich diese viele Milliarden Mal. Unter all diesen Milliarden Möglichkeiten wurde eine Flüssigkeit geschaffen, deren Viskosität genau den Wert hat, der erforderlich ist - das Wasser.

Schlussfolgerung

Alles, was wir vom Anfang dieses Kapitels an betrachtet haben, zeigt uns, dass die thermalen -, physikalischen -, chemischen - und Flüssig-keitseigenschaften des Wassers genau so sind, wie sie sein müssen, um das Leben zu ermöglichen. Das Wasser ist so vollkommen auf das Leben abgestimmt, dass es sich zur Erfüllung dieses Zwecks in einigen Aspekten selbst im Widerspruch zu den Naturgesetzen verhält. Das beste Beispiel dafür ist die unerwartete und unerklärliche Ausdehnung des Wassers, sobald seine Temperatur unter +40C sinkt. Wenn dies nicht der Fall wäre, würde das Eis nicht schwimmen, die Meere würden gefrieren und das Leben wäre unmöglich.

Das Wasser ist zu solch einem Ausmaß 'gerade recht' für das Leben, dass keine andere Flüssigkeit ihm vergleichbar ist. Der größte Teil der Oberfläche dieses Planeten, einer Welt deren andere Eigenschaften und Gegebenheiten (Klima, Licht, elektromagnetisches Spektrum, Atmosphäre, Oberfläche usw.) das Leben begünstigen, ist mit der genau genügenden Wassermenge bedeckt, die für das Leben erforderlich ist. Es sollte einleuchtend sein, dass all das nicht zufällig so sein kann, sondern dass all dem ein bewußt geplantes Design zugrunde liegen muss.

Anders ausgedrückt, alle physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wasser zeigen, dass es speziell für das Leben geschaffen wurde. Die Erde, die zweckdienlich als Lebensraum für die Menschheit geschaffen wurde, wurde mit diesem Wasser belebt, das wiederum speziell als die Grundlage des menschlichen Lebens erschaffen wurde. Mit dem Wasser hat Allah uns das Leben gegeben, und durch das Wasser lässt Er alle Arten von Nahrung auf der Erde wachsen.

Von größter Bedeutung dabei ist, dass diese Tatsache, die nunmehr durch die moderne Wissenschaft betätigt wurde, im Quran offenbart wurde, der den Menschen vor 14 Jahrhunderten als Wegweisung gegeben wurde. Hinsichtlich des Wassers in Bezug auf das menschliche Leben macht das Wort Allahs folgende Aussage:

Er ist es, der für euch Wasser vom Himmel hinabsendet, um davon zu trinken, und davon entsteht Vegetation, an der ihr (euer Vieh) weiden lasst. Er lässt euch damit das Getreide wachsen, und den Olivenbaum, die Dattelpalme und den Rebstock und Früchte aller Art. Darin ist gewiss ein Zeichen für denkende Menschen. (Sure 16:10, 11 - an-Nahl)

ANMERKUNGEN
1 Michael Denton, Nature's Destiny, S. 33
2 Michael Denton, Nature's Destiny, S. 35 f.
 

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